Themenkreis: Biografien
Franziska Sibylla Augusta Markgräfin von Baden, zeitweise Regentin Badens
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Markgräfin Sibylla Augusta mit ihren Kindern/Badisches Landesmuseum, Karlsruhe     Anna Maria Braun, Wachsporträt, 1698/1707. Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Inv. 95/845)

Lebenszeit1675-1733
Regierungszeit1707-1727

Als Fünfzehnjährige dem Markgrafen Ludwig Wilhelm zur Frau gegeben, waren die Ehejahre der Markgräfin Sibylla Augusta geprägt von der Sorge um ihren sich im Felde aufhaltenden Gatten. Nach dem Tod des Markgrafen übernahm Sibylla Augusta 1707 die Regentschaft im Namen des Erbprinzen Ludwig Georg. Der Nachwelt bleibt die Markgräfin als Inbegriff der barocken Fürstin in Erinnerung.


Biographie
Am 21. Januar 1675 als zweite Tochter von Herzog Julius Franz und Gräfin Maria Hedwig Auguste von Pfalz-Sulzbach in Böhmen geboren, wurde Franziska Sibylla Augusta, ebenso wie ihre Schwester Anna Maria Franziska, nach dem Tod des Vaters 1689 unter die Vormundschaft des Kaisers Leopold I. gestellt. Dem Werben des Markgrafen Ludwig Wilhelm nicht abgeneigt, heiratete die junge Erbin den 35jährigen im Frühjahr 1690. Schon im ersten Ehejahr entfaltete das Paar eine rege Bautätigkeit auf ihren Residenzen, die Sibylla Augusta ihr Leben lang fortführen sollte. Trotz der guten Beziehung des Paares waren die Ehejahre Sibylla Augustas geprägt durch die Sorge um den sich im Felde befindenden Ehemann und durch den Gram über den frühen Tod von sechs ihrer Kinder. Lediglich vier Söhne und Töcher überlebten die ersten Kindheitsjahre.

Das Testament ihres 1707 gestorbenen Mannes bestimmte Sibylla Augusta zur Oberregentin der Markgrafschaft im Namen ihres Sohnes Ludwig Georg. Erst 1727 gab sie die Regierung an den Erbprinzen ab. Während ihrer zwanzigjährigen Regierungszeit erwies sie sich als politisch nicht ungeschickt und als äußerst willensstark. Besonders im Gedächtnis bleibt Sibylla Augustas kunstsinniges Wesen, das sich in der Erscheinung des Lustschlosses Favorite manifestiert hat. Sibylla Augusta starb am10. Juli 1733 in Ettlingen und wurde in der Schlosskirche zu Rastatt beigesetzt.