Kurzbiografie Nach dem Tod Süleymans I. kam sein Sohn Selim an die Macht. Er erwies sich vornehmlich als Trinker, der nicht in der Lage war, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Die beiden weitaus kompetenteren Brüder Selims II. wurden vorzeitig liquidiert. Die Regierungsaufgaben übernahmen fähige Großwesire.
Biografie Selim II. war der Sohn von Süleyman dem Prächtigen und dessen Favoritin und Beraterin Roxelane. Um ihren Sohn auf den Thron zu bringen, ließ diese schon vorzeitig die beiden wesentlich fähigeren Brüder Mustafa und Bayezit hinrichten. Jedoch erwies sich Selim in erster Linie als notorischer Trunkenbold. Zu Beginn seiner Herrschaft kam es zu Aufständen im Jemen, die zwar niedergeworfen wurden, jedoch waren diese Desintegrationserscheinungen schon Vorboten eines langsamen Zerfalls des Osmanischen Reiches. Die Regierungsgeschäfte übernahm zunächst der fähige Großwesir Sokollu Mehmet Pascha. Außenpolitisch kam es 1570 zu Friedensverhandlungen mit Österreich, mit denen man sich seit 1566 im Kriegszustand befand. Infolgedessen wurde Siebenbürgen für rund einhundert Jahre unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches gestellt. Nach der Eroberung Zyperns schloss die Pforte 1573 Frieden mit Venedig und betrieb die nächsten siebzig Jahre friedlichen Handel mit der Lagunenstadt. Selim II. starb kurz darauf im Jahr 1574 und hinterließ seinem ältesten Sohn Murat die Herrschaft über das Osmanische Reich.
Detail eines Stammbaums: The Sultan's portrait. [exhibition held at the Topkapı Palace Museum in Istanbul, 6.6.-6.9. 2000]. Bearb. von Selmin Kangal. Istanbul 2000, S. 550 (Rechte Stammbaum: Topkapı Sarayı Müzesi, Istanbul)