Themenkreis: Biografien
Süleyman I., der Prächtige (Kanunı) Sultan
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Süleyman I. auf dem Weg nach Szigetvár/Chester Beatty Library, Dublin     Seyyid Lokman Aşuri, osmanische Miniaturmalerei, aus dem "Tarih-i Sultan Süleyman (Zafername)". Chester Beatty Library, Dublin (Inv. MS. 413, fol 46r)

Lebenszeit1494-1566
Regierungszeit1520-1566

In der 46 Jahre dauernden Regierungszeit Süleymans I. entwickelte sich das Osmanische Reich zu einer anerkannten europäischen Großmacht. Süleyman strebte bis zu seinem Tod im Jahr 1566, auf dem Feldzug zur Eroberung der Festung Szigetvár in Südwestungarn, nach der Eroberung Wiens.


Biographie
Bei seinem Regierungsantritt 1520 musste sich der 26jährige Süleyman nicht mit seinen Brüdern um die Herrschaft streiten: sein Vater hatte diese bereits im Kindesalter umbringen lassen, um seinem Lieblingssohn als einzigen Nachfolger zu legitimieren. Süleyman I. wird oftmals als der wichtigste Sultan der osmanischen Geschichte bezeichnet. Doch ist er nicht unbedingt der bedeutendste, als vielmehr der wahrscheinlich bekannteste Sultan. Seinen Beinamen "der Prächtige“ verdankte Süleyman seinen prunkvollen Empfängen und seiner exklusiven Hofhaltung, mit welcher er seine und die Macht seines Staates nach außen hin demonstrieren wollte. Die wohl wichtigste Bezugsperson Süleymans war seine "kadın" Roxelane, die als eine der einflussreichsten Frauen jener Epoche bezeichnet werden kann. Auf politischer Ebene war zweifellos die Anerkennung des Osmanischen Reiches als europäische Großmacht die wichtigste Entwicklung während der Regierungszeit Süleymans des Prächtigen.

Nach der Schlacht bei Mohács am 29. August 1526 verschwand das selbstständige Ungarn für Jahrhunderte von der politischen Bühne. Die momentane Schwäche der Habsburger ausnutzend zogen die Osmanen 1529 gegen die österreichische Armee, jedoch folgte diesen Kriegen zunächst ein Gleichgewicht zwischen den Gegnern, und weitere Kampfhandlungen brachten keine nennenswerten Ergebnisse. Zeitlebens sah Süleyman Wien als den zu erobernden "goldenen Apfel“ an. Als ein weiterer wichtiger Schritt für die politische Anerkennung der Osmanen galt das Handelsabkommen, die sog. Kapitulation, mit Frankreich, die eine lang andauernde Freundschaft zwischen den beiden Staaten begründete. Trotz der beträchtlichen territorialen und wirtschaftlichen Erfolge hatte der Sultan nicht mehr Macht und Erfolg als manche seiner Vorgänger. Der Ruhm Süleymans I. ist sicherlich zu begründen mit der 46 Jahre dauernden Amtszeit und mit dem wachsenden politischen Einfluss in Europa, wodurch das Interesse europäischer Herrscher, Forscher und Künstler besonders geweckt wurde.