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Rasierumhang (önlük)
Rechteckiges Stück dunkelroten Seidendamastes von voller Webebreite mit zusätzlicher Musterung durch Metallfäden (Seidenbrokat). Am oberen Ende in der Mitte ein senkrechter Schlitz, der in kreisförmigem Ausschnitt für den Hals endet. Abgepasst gewebtes Muster von aufsteigender Richtung. Ringsum laufende, von Kästchenfriesen begleitete Bordüre mit Lotospalmetten, die in den waagerechten Bordüren mit Rosetten, in den senkrechten mit Blumenmedaillons alternieren. Im Hauptfeld Streumuster in einfacher Reihung. Zwischen zwei Vasen mit Blumenspross als Mittelmotiv eine zwölfblättrige Rosette, mit strahlenartig angeordneten Nelken gefüllt. Den Halsausschnitt rahmt ein ähnliches Motiv, jedoch mit Tulpen gefüllt und unten in einer Tulpe endend, oben durch senkrechten Streifen mit der Bordüre verbunden. Dieses Motiv wird flankiert von zwei mit Blume und Streupunkten gefüllten Sternen, die in der untersten Reihe wiederkehren, hier mit Tschintamani als Mittelmotiv (die Randformen der mittleren Sterne erscheinen nur in Damaszierung). Als Zwischenreihe jeweils sechs Rosetten. Die Kette läuft oben und unten in Fransen aus, die über dem eigentlichen Fransensaum durch gewebte Zwischenstreifen sowie locker in weiten Abständen eingelegte Schüsse mehrfach gefasst sind. Dunkelroter Seidendamast in vierbindigem Rechtsgratkettköper (Grund) bzw. Linksgratschussköper (Muster). Der Metallfaden (Silberlahn, (Z), um weiße Seidenseele) in Leinwandbindung teils einbroschiert, teils lanciert (in den durchgehenden waagerechten Streifen); der Metallfaden läuft mit jedem zweiten Schuss mit. 32-36 doppelte Kettfäden (S)/cm, 16-20 Seidenschüsse/cm (im Hauptteil des Gewebes), 8-9 Metallschüsse/cm, 26 Seidenschüsse/cm im dichter gewebten oberen Streifen. Ein Önlük wurde beim Schneiden von Haupt- und Barthaar, aber auch beim Essen benutzt.

Erhaltungszustand:
Im Anschluss an den Schlitz fehlen links in 11.00 cm Breite die Fransen. Silberlahn durchweg geschwärzt. Der Önlük wurde in den 1970er Jahren gewaschen.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 278: "1 rasier-Mandel von rothem Seiden Zeüg mit goldenen Blumen." - Wohl identisch mit dem im "Nachlaß-Inventar des Markgrafen Hermann" von 1691(GLA 46/3577) aufgeführten "Ein roth türck. barbier tuech."
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 286
 Karlsruhe 1955, Nr. 527



Der Önlük aus dunkelrotem Seidendamast wurde beim Schneiden von Haupt- und Barthaar, aber auch beim Essen benutzt.
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Rasierumhang
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 190
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 17. Jh. (vermutlich vor 1691)
Maße: L (mit Fransen) ca. 189.00 cm, L (ohne die gebundenen Fransen) ca. 175.00 cm, B = Webebreite 135.50 cm; Rapport des Musters: H 168.50 cm; Bordüre: B 5.90 cm; Schlitz: L ca. 41.00 cm, Halsausschnitt: ca. 12.00 x 10.00 cm
Material: Seidendamast; Seidenbrokat; Silberlahn; Seidenseele
Kommentar
Heute noch soll in Anatolien dem Bräutigam von der Familie der Braut ein Önlük zur Hochzeit geschenkt werden.

 

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