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| Behang |
Der Behang, der vielleicht auch als Reihengebetsteppich verwendet wurde, ist aus drei waagerecht verlaufenden Stoffbahnen zusammengesetzt: die Mittelbahn in voller Webebreite, für die Randbahnen wurde wahrscheinlich eine Webebahn geteilt. Seidengewebe mit zweierlei, jeweils abgepasst gewebtem Muster, das partienweise aus Metallfäden gebildet wird (Seidenbrokat). In der Mittelbahn fünf auf Doppelsäulen ruhende stilisierte Bogen mit Hängelampen, im Wechsel mit Ornamentstreifen, deren Musterung spiegelsymmetrisch zum mittleren Bogen angeordnet ist (das Muster steht senkrecht zur Kette). Als Ornamente Palmetten, Rosetten und rein geometrische Motive von mehrdeutigem Charakter. Das Ganze rahmen zwei von den Randbahnen rechtwinklig über die Mittelbahn laufende Kästchenmuster. Die Kette bildet seitlich lange Fransen (L 12.00 cm), die außen durch eine Schussfolge nochmals gefasst werden. Zwei farbig und im Muster aufeinander abgestimmte Seidengewebe, jeweils in Leinwandschusskompositbindung, partienweise mit lancierten (in der Mittelbahn auch broschierten) Metallschüssen. Hauptkette rostrot, Bindekette dunkelrot, Seidenschüsse dunkelrot und grün (parallel), gelb, weiß. Metallschuss aus vergoldetem Silberlahn (S) um gelbliche Seidenseele (schwach (Z)-gedreht). Jeweils 16 Hauptkettfäden/cm und 16 Bindekettfäden/cm, 24-30 Seidenschüsse/cm, 24-30 bzw. (in geometrischem Muster) 5 Metallschüsse/cm.
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Erhaltungszustand: Fransen am linken Rand weitgehend verloren. Wenige Risse und kleine Löcher. Lahn der Metallfäden durchweg geschwärzt. Um 1972 wurde der Behang gewaschen.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 262: "1 Floret seidener ganz großer Teppig von vielen Farben, mit eingewürckten goldenen Ecksteinen und Säulen." - Vielleicht identisch mit dem laut "Inventar zur Prager Reise", 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) im "Verschlag Nr. 14" verpackten "1 grosser schöner neuer türk. teppicht von seiden mit gold".
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Literatur:
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Dieser Behang aus Seide ist aus drei waagerecht verlaufenden Stoffbahnen mit geometrischen Mustern zusammengesetzt.
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Behang Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 195 Stilrichtung: Tunesisch Datierung: 17. Jh. Maße: Gesamte H 271.00 cm, B bzw. L (ohne Fransen) 527.00 cm, in der Naht gereihte Mittelbahn: ursprüngliche L (ohne Fransen) 540.00 cm, Webebreite 136.00-136.50 cm, Randbahnen: lichte B jeweils 67.50 cm Material: Seide; Seidenbrokat; Vergoldeter Silberlahn; Seidenseele
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