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| Wirkteppich |
Rechteckig, mit Fransen an den Schmalseiten. Mustergrund, abgesehen von schmalen fleischfarbenen Streifen, jetzt elfenbeinfarben, die seidenen Schussfäden im Hauptfeld ehemals weitläufig mit silbervergoldetem Lahn, im Medaillon und anderen Partien mit Silberlahn umwunden. Im Hauptfeld großes viergeteiltes Medaillon aus rankenverzierten Gabelblättern, in der Längsachse anschließend querliegende Kartuschen und Schildansätze, entsprechende Viertelmedaillons in den Eckzwickeln. Medaillonmotiv und übriges Hauptfeld durchzieht feines spiegelsymmetrisches Blumenrankenwerk mit Fächerpalmetten, im Medaillon auch Lotospalmetten; zu Seiten der Kartuschen Achtpässe mit Wirbelrosetten. Breite, von Blumenwellenranken gerahmte Bordüre mit Wellenornament, gebildet aus gespiegelten, mit Blumenzweig gefüllten S-Blättern und wechselständigen Granatapfelmotiven. Im Rand reziproker schwarzer bzw. weißer Zackenfries. Ranken, gerade Linien, die meisten Umrisse schwarz; zahlreiche Pastellfarben, wenig kräftiges Rot (S-Blätter, Teile von Fächer- und Lotospalmetten) und kräftiges Blau (Achtpässe, Teile von Gabelblättern, Wirbelrosetten, Granatäpfeln). Kelim ohne Schlitzbildung (verhängte Technik). 11-12 1/2 Kettfäden/cm aus naturfarbener Seide, (S)-gedrehter Zweifach-Zwirn, ca. 22-27 Seidenschüsse/cm aus schwach (S)-gedrehtem Zweifach-Zwirn, z.T. zweifarbig meliert, 17-21 Metallschüsse/cm aus einfachem, leicht (Z)-gedrehtem Seidenfaden (Seele), in den großen Flächen elfenbeinfarben bzw. weiß, sonst auch gelb, fleischfarben, hellblau, mandelgrün - jeweils weitläufig mit silbervergoldetem bzw. silbernem Lahn (Z) umwunden. - Randmuster an Schmalseiten nicht identisch, das eine beschnitten, das andere mit originalem Anschuss aus heller Baumwolle. Als Abschluss zwei (mit späterer Naht) aufgesetzte brettchengewebte Borten olivgrün/zinnoberrot bzw. olivgrün, letztere 17.00 mm breit mit Schussfransen (L 24.00-26.00 cm).
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Erhaltungszustand: Der Metallahn weitgehend verloren. Verblasst. Die Mitte verfleckt. Zahlreiche Stopfstellen, Risse und kleinere Löcher.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 264: "1 dito [Teppig] von Seiden und Gold gewürckter, oben und unten mit langen grün seidenen Franzen besezt." - Identisch mit dem im "Badisch-Sachsen-Lauenburgischen Bestandsinventar" von 1691 (GLA 46/4044) aufgeführten "1 türckischer von gold silber und seiden gewürckter teppich mit grünen franzen".
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Literatur:
| Karlsruhe 1991, Nr. 292
| | Erdmann 1932, S. 230f., Abb. 4
| | Erdmann 1938, S. 65, 66, Anm. 2
| | Renner 1941, S. 206
| | Hamburg 1950, S. 73
| | Petrasch 1952, S. 609f., 625
| | Karlsruhe 1955, Nr. 529
| | Erdmann 1966, S. 38, 65f., Abb. 68
| | Spuhler 1968, S. 127f., 326f., 241
| | Petrasch 1977, Nr. 47
| | Lindahl 1981, S. 211 |
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Als Schussfäden kostbarer Teppiche wurden oft mit Silberlahn oder silbervergoldetem Lahn umwundene Seidenfäden verarbeitet.
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Wirkteppich Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 196 Stilrichtung: Kaschan/Persisch Datierung: 1. Hälfte 17. Jh. Maße: L (ohne Borten) ca. 247.00 cm, B ca. 161.00 cm Material: Seide; Vergoldeter Silberlahn; Silberlahn; Seidenseele; Baumwollgewebe
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