Stiefel aus mittelbraunem Leder mit halbhohen Absätzen. Vorderblatt vorne abgerundet mit kleiner Spitze in der Mittelachse. Feste rotbraune Sohle, die über Gelenk und Innenseite des Absatzes gezogen ist. Der aus Holz bestehende Absatz sonst mit dem Oberleder umkleidet; im Innern des Schuhes mit Lederfleck abgedeckt. Halbhoher, aus zwei Stücken gearbeiteter Stiefelschaft, dessen rückwärtiger Teil bis zum Absatz reicht; der vordere Teil setzt über dem Rist an; die eine Seitennaht offen mit beidseitig je sechs Löchern für Verschnürung, die Kanten durch Umschlagen der Ränder verstärkt, die mit Überwendlingsstichen festgehalten sind. Als Randbesatz geflochtene Goldborte aus vergoldetem Kupferlahn (S) um gelben Leinenzwirn. Auf Vorderblatt und Vorderseite des Stiefelschaftes mehrere kleine Löcher, offenbar Spuren eines Zierbesatzes. Aufgrund der zierlichen Maße könnten die Stiefel von Frauen getragen worden sein. Wie osmanische Miniaturen zeigen, wurden in der Türkei im 17. Jh. neben absatzlosen Schuhen auch solche mit Absätzen getragen. Ob sich darunter Schuhe mit hohen Blockabsätzen wie die hier besprochenen befanden, erscheint fraglich. Sicher ist, dass pantoffelartige Überschuhe "mit eisenen Absäz" (siehe Inv. D 217) üblich waren.
Erhaltungszustand: Viele kleine schwarze Flecke. Kleines Loch im einen Stiefelschaft. Goldborte hängt z.T. lose, der Lahn mit Grünspan. Schuhnestel fehlen. Sohlen und Absätze ziemlich abgelaufen.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 181: "1 paar Türckische Zischman von gelbem Saffian." - Im modernen Türkisch heißt der Stiefel çizme. download PDF
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Stiefel Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 208 Stilrichtung: Osmanisch (?) Datierung: 17. Jh. Maße: L 24.50 cm, B der Sohle 8.70 cm, H 20.50 cm; H des Absatzes 4.80 cm Material: Leder; Holz; Vergoldeter Kupferlahn; Leinenzwirn
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