Der überaus reiche Löffel besitzt eine tiefgemuldete, rundliche, nur leicht zugespitzte Laffe aus Schildpatt, die mit drei Messingnieten am Stiel befestigt ist. Der runde, auf der Oberseite zweifach abgeflachte Stiel ist aus verschiedenen Elementen in Blockverleimung montiert: Zwischen dem elfenbeinernen Laffenansatz und einem Stielende aus Alabaster oder Achat, auf denen jeweils drei rot eingefärbte Tschintamani-Motive graviert sind, sind auf einer verborgenen Metallstange die ringförmigen Einzelteile unterschiedlicher Materialien aufgereiht und bilden reizvolle Muster. Die Mitte des Stiels dominiert ein "Zebramuster", gebildet aus Elfenbeinscheiben und solchen aus Palisander, beidseitig flankiert von einem aus sehr feinen Einzelscheiben (hauptsächlich Messing, Elfenbein, Schildpatt, hellem und dunklem Holz, dazwischen z.T. dünne Leder- oder Pergamentstücke) aufgebauten Dekor.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 224: "1 dito [Türckischer Löffel] die Laff von Schildkrott, der Stihl von Helfenbein mit Meßing und Schildkrot eingelegt." Wohl identisch mit "1 löffel von schild grotten", aufgeführt unter "Kunstsachen" im "Badisch-Sachsen-Lauenburgischen Bestandsinventar" von 1691 (GLA 46/4044). download PDF