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Kürbisflasche aus Leder
In Form einer kleinen Kalebassefrucht (Flaschenkürbis) aus einem Stück dicken braunen Leder dergestalt geschnitten, dass sechs vertikale, vom flachen Boden rundum aufsteigende und mit ihren Schnitträndern aneinandergenähte Streifen die zweifach gebauchte Gefäßwandung bilden. In der oberen, kleineren Leibung der mit braunem Leder eingefasste Ausgussmund und auf der Schulter eine kleine herzförmige Öffnung. Außen ist die Flasche gänzlich mit senfgelbem Leder verkleidet und verziert mit reicher Stickerei auf dünner brauner Lederunterlage in Anlegetechnik aus vergoldetem Silberdraht sowie etwas grüner und roter Seide (der Seidenfaden jeweils umwickelt, (Z), mit doppeltem vergoldetem Silberdraht) sowie Schnur aus vergoldetem Silberdraht als Kontur und Binnenzeichnung: Die mit schmalen Ziernähten eingefassten sechs vertikalen Felder sind übereinstimmend gefüllt mit einem axialsymmetrisch aufsteigenden, dichten Rankenwerk aus herzförmigen Blättern und lotosartigen Blüten; der Boden ist mit einer sechsblättrigen Rosette in gleicher Technik geschmückt. Eichelförmiger Stöpsel aus Holz, mit braunem Leder überzogen; der wulstförmig überstehende Außenteil mit zierlichem Knauf ist mit einem überaus feinen netzartigen Geflecht überzogen, das aus vergoldeten, um eine gelbe Seidenseele dicht gewickelten Silberdrähten besteht; um und auf dem Knauf ist der Stöpsel mit sechs (ursprünglich sieben) kleinen Korallen besetzt. Ein schmales, um die Gefäßeinschnürung gelegtes geflochtenes Band (vergoldeter Silberlahn um gelbe Seidenseele, doppelt genommen, und gelber Seidenzwirn) setzt sich als runde Tragschnur (L 30.00 cm) fort, deren Kugelknöpfchen mit dem gleichen netzartigen Geflecht überzogen und mit einer kleinen Koralle besetzt ist. Um den Stöpsel ist der abgerissene Rest einer aus gleichem Material wie die Tragschnur verfertigten Kordel gebunden.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 194: "1 dito kleines Kürbis Fläschle, mit Gold ganz überstickt und einem Holzenen Stopffer mit Silber-Dratt übersponen." - Wohl identisch mit der unter Nr. 51 der "Consignation" (GLA 47/1998) nach 1721 aufgeführten "1 derglen Kleinere [Türckische Flaschen] auch gestickht".
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 259
 Karlsruhe 1955, Nr. 507



Die Kürbisflasche ist in Form einer kleinen Kalebassefrucht aus einem Stück braunen Leder geschnitten.
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Kürbisflasche
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 233
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 17. Jh.
Maße: H (ohne Stöpsel) 12.80 cm, Dm 11.20 cm; Stöpsel: H 3.20 cm
Material: Leder; Vergoldeter Silberdraht; Seide; Holz; Seidenseele; Korallen/Schmuckstein; Vergoldeter Silberlahn; Seidenzwirn

 

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