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Kürbisflasche aus einer Kalebassefrucht
Holzartige Schale einer ausgehöhlten Kalebassefrucht (Flaschenkürbis) in eingeschnürter, doppelleibiger Form mit flachem Boden. In der kleineren, birnenförmigen Leibung oben runde Ausgussöffnung und ein kleiner herzförmiger Ausschnitt. Auf beiden Leibungen eingeschnittener, mit hellroter und dunkelgrüner Farbe gefüllter Dekor: ober- und unterhalb der Einschnürung jeweils ein schmales, mit Rauten gefülltes Band. Auf der oberen Leibung viermal dreistrahlig gebündelte Nelken bzw. Tulpen mit Nelke in wechselnder Folge; dazwischen jeweils Inschriften. Auf der unteren, apfelförmigen Leibung vier entsprechende, etwas größere Blütenzweige und ein Vogel; auf der Schulter umlaufende Inschrift. Um die Einschnürung gebunden, eine (27.00 cm lange), aus roter Seide geflochtene Tragschnur mit zwei Schlaufen und einem grünseidenen Kugelknopf. Nach Zygmunt Abrahamowicz handelt es sich bei der Inschrift auf der oberen Leibung ("O, Baki! Keine Arznei vertreibt das Gift der Allgewalt der Zeit, Nur der herzerfreuende Wein, denn er selbst ist unter den Gegengiften das stärkste!") um die siebente, letzte Strophe einer Ghaseldichtung von Mahmud Abdülbaki genannt Baki (1526-1600), einem der bedeutendsten osmanischen Lyriker. (Abgedruckt bei Dvorák 1908, S. 154.) Nach Lesart und Übersetzung von Zygmunt Abrahamowicz lautet der Vierzeiler eines nicht bekannten Autors auf der unteren Leibung: "Wenn dieses Schicksalsrad verkehrt sich dreht, So fürchten wir, die blaue Kuppel stürzt auf uns hernieder. Quäl dich nicht, o Herz, daß sie niederstürze: Diese alte Kuppel stürzt schon seit jeher ein, sag' also nicht, sie stürze jetzt gerade!".

Erhaltungszustand:
Der Stöpsel fehlt. Die untere Leibung hat ein ausgebrochenes, unregelmäßig rundes Loch (Dm ca. 2.00 cm). Der Ausgussrand ist geringfügig bestoßen. Die eingelegten Farben z.T. verblasst und ausgebrochen.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 195: "1 dito [Türckische Flasch] würckliche Kürbis Flasch, ohne Stopffer, Schadhafft." - Vermutlich identisch mit dem im "Inventar zur Prager Reise" (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) 1721 unter "Verschlag Nr. 19" aufgeführten "1 pluzer" (österr. = Kürbis).
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 260
 Petrasch 1952, S. 620
 Karlsruhe 1955, Nr. 508



Der Flaschenkürbis ist mit Blumenmotiven bemalt und trägt eine Inschrift, die den "herzerfreuenden Wein" als Arznei preist.
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Kürbisflasche
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 234
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 17. Jh.
Maße: H 16.80 cm, Dm 11.00 cm
Material: Kalebasse; Farbe; Seide

 

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