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Bruchstücke, vermutlich von einem Schattenzelt bzw. Sonnendach (sayeban)
Dreizehn Bruchstücke eines textilen Objektes, die nachträglich - in Europa - zu einer Decke zusammengenäht wurden. Als Dekor eine Arkadenfolge und verzogene Kielbogenfelder mit Zierstreifen dazwischen, die sich jeweils einem rechtwinkligen, gleichschenkligen Dreieck anpassen. Fraglich bleibt, ob die Dreiecke wie jetzt zum Quadrat zusammengefügt oder getrennt als spiegelbildliche Gegenstücke verwendet waren. In den Bogenöffnungen schweben vor dunkelrotem Grund hellgrundige Medaillons mit zartfarbenen Randstreifen; nur das am rechten Rand angeschnittene Medaillon ist gelbgrundig und hat (wie die Arkadenreihe) innen einen schwarzen, außen einen hellen Randstreifen. In den elfenbeinfarbenen Pilastern Vasen mit Blumen, in den Medaillons Rumī-Ornament und Blumen, alternierend mit spitzblättrigem Vierpass. Unten breite Bordüre, bestehend aus Medaillonfries und verschlungenem Gabelblattrankenfries (rumī) mit Blumen, von Flechtbandborten mit Tupfenmuster eingefasst; zuäußerst ein gelber Atlasrand mit Spuren zweier parallel laufender Nähte, die auf ehemals hier angenähte Besatzstreifen hinweisen. Die oberen Felder durch Friese von spitz ausgezogenen Achterschlingen und Flechtbandborten eingefasst; in den Kielbogenfeldern Vasen mit Blumen; in den Zwickeln darüber Rumī-Ornament vor dunkellilafarbenem Grund. Applikationen heute weitgehend pastellfarben. Applikation in Seidenatlas und Seidentaft sowie vergoldetem bzw. versilbertem Leder auf durchgehender Doublierung aus naturfarbenem, grobem Baumwollgewebe in Leinwandbindung. Ansichtsseite: Die verschiedenfarbigen Grundflächen sind mosaikhaft aneinandergesetzt, darauf sind die teilweise schräg genommenen, schmalen Streifen und Schmuckmotive aus Taft (bei den Blumenvasen im oberen Feld auch aus Atlas) z.T. mehrschichtig aufgenäht. Die aus Leder aufgenähten Vasen, Vierpässe, Gabelblattranken, Achterschlingen, Medaillonrahmen (Bordüre) werden umrandet von zwei angelegten Seidenzwirnfäden, meist von weißlicher, in den Medaillonfüllungen der Arkaden auch von schwarzer bzw. hellblauer, in den Kielbogenfeldern von schwarzer Farbe. Für die anderen Randstreifen zwei verschiedenfarbige Schrägstreifen aus Taft verwendet, so für das rote Flechtband Taft mit blauer Webekante; hier an Fehlstellen die dunkelblaue Vorzeichnung sichtbar.

Erhaltungszustand:
Atlaskette vielfach zerschlissen, Verschleiss und Lücken in Taftapplikationen. Versilberung des Leders geschwärzt. Ausgeblichen. Insgesamt verschmutzt.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 268: "1 vierecketer Tepig von Floret Seiden, mit Blumen gewürckt, und einem grün seidenen Börtel besezt, auch grünem Leinwand unterfüttert". - Im Revolutionsjahr 1849 mit weiteren Türkenbeutestücken entwendet. - Laut Nachtrag im Museumsinventar vom 9. April 1886 wurde das "Zelttuch" von dem Karlsruher Maler August Hoerter "bei einem Antiquar in Baden" erworben und hernach von Großherzog Friedrich I. "für 400 M angekauft und der Sammlung übergeben". Die im gleichen Vermerk vermutete ursprüngliche Zugehörigkeit zur "Türckischen Kammer" zutreffend, jedoch irrtümlich mit dem unter Nr. 276 aufgeführten "Stück von einer Zelte" identifiziert, anstatt richtig mit Nr. 268 (siehe hierzu Karlsruhe 1991, Nr. 7).
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 282
 Karlsruhe 1955, Nr. 528, Abb. 67
 Petrasch 1977, Nr. 48



Die nachträglich zusammengenähten Stücke eines Zelts aus Seide in Applikationstechnik zeigen Arkaden und Blumenmedaillons.
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Schattenzelt
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 279
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: Ende 17. Jh.
Maße: Gesamtmaße: 186.50 x 212.00 cm
Material: Seidenatlas; Seidentaft; Vergoldetes Leder; Versilbertes Leder; Baumwollgewebe; Leinen; Seidenzwirn

 

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