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Fahne eines Janitscharenkorps
Rechteckiges Fahnenblatt; die stark fragmentierte, jetzt unregelmäßig gestufte Flugseite ursprünglich wohl in Form eines stumpfwinkelig nach außen gerichteten Dreieckes. Ehemals weißes (?) Innenfeld mit hellgrünen Applikationen: schräggestellt das doppelklingige Schwert Muhammads (zülfikar), an den Rändern in unregelmäßiger Anordnung eine Hand als apotropäisches Symbol, Halbmond, Sternrosette und drei kleine runde Scheiben. Die hellgrüne Randeinfassung stangenseitig in einem breiten Streifen erhalten und zum Durchstecken der Stange umgeschlagen; an den Längsseiten in Ansätzen erkennbar. - Die hölzerne Fahnenstange ohne Schuh, mit fast kugeligem Handknauf und Resten ornamentaler Bemalung in Schwarz und Rot auf weißem Grund; vierkantige Eisenspitze auf kegelförmiger Tülle. Das aus drei unregelmäßig breiten, teilweise nochmals gestückten Bahnen zusammengesetzte Innenfeld aus ehemals weißem (?), wohl naturfarbenem, jetzt schmutzig rötlichbraunem Baumwollgewebe mit 19 Kettfäden/cm und 23 Schussfäden/cm. Die Einfassung und teilweise auch die Applikationen sind gestückt aus hellgrünem Seidentaft mit Schussstreifen. "The odd drawing of the double-pointed sword Dhu'l- Faqar, and even the crude stylization of the hand", deuten nach R. Ettinghausen (1954) darauf hin, dass es sich vermutlich um ein Erzeugnis vom Balkan handelt und nicht um "a true Ottoman Turkish flag made in Constantinople". (Richard Ettinghausen. Notes on the Lusterware of Spain. In: Ars Orientalis 1, 1954, S. 133 ff., S. 148 weitere Ausführungen zur Bedeutung und Geschichte des Hand-Symbols, das vielfach, aber unzutreffend auch als "Hand Allahs" gedeutet wird.)

Erhaltungszustand:
Die Randzonen, vor allem längs- und flugseitig, nicht bzw. nur bruchstückhaft erhalten. Die Seide vielfach ausgeblättert. In den Baumwollteilen Risse und Löcher. Nach doppelseitiger Netzmontierung wurde die Stange mit zwei Nägeln befestigt.

Alte Inventare:
Die Fahne stammt aus dem Besitz der Markgrafen von Baden-Durlach und ist vermutlich identisch mit der in einem Nachtrag (1688) zum "Inventarium Uber Die Fürstliche Rüst Cammer zu Carlsburg" von 1680 (GLA 47/696) aufgeführten "1 alter grüner Fanen, auch weiß", die Markgraf Karl Gustav seinem regierenden Bruder, Markgraf Friedrich VII. Magnus, verehrt hat. - Zweifellos handelt es sich um die im "Basel Inventarium" von 1773 (GLA 47/693) eingetragene "Grüne Fahne worauf 2. Schwerdter gemahlt", die 1799 mit weiteren türkischen Beutestücken nach Karlsruhe zurückgeführt wurde. Vor 1842 der "Türckischen Kammer" (GLA 47/1998) im Schloss Rastatt einverleibt und bei Röder von Diersburg irrtümlich in die "Sammlung türkischer Trophäen des Markgrafen Ludwig" aufgenommen und beschrieben als eine "Janitscharenfahne von weißem Fond und grüner Einfassung, worauf das zweigespitzte Schwert des Omar, die Hand des Propheten, der Halbmond und drei Sterne."
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 8
 Röder von Diersburg 1839 und 1842, S. 434
 Wien 1883, Nr. 516
 Rott 1933, S. 286
 Petrasch 1952, S. 645, 654, Anm. 148, S. 666f., Anm. 177
 Ettinghausen 1954, S. 151, Anm. 73, Taf. 6, Abb. 30
 Karlsruhe 1955, Nr. 392
 Encyclopaedia of Islam 1971, S. 383, Taf. XVIII, Fig. 19
 Denny 1974, S. 73, Anm. 28



Die Symbole der Truppenfahne (bayrak) sind u.a. das doppelklingige Schwert Muhammads (zülfikar) sowie Halbmond und Hand.
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Fahne
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 23
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: Spätes 17. Jh.
Maße: L (bis zur Stange) 155.00 cm, größte zu erschließende B 154.50 cm; Innenfeld: L 137.00 cm, B 133.50 cm; Baumwollgewebe: Webebreite 65.50 cm, Fahnenstange: L (mit Spitze) 337.00 cm, Spitze (mit Tülle) L 24.80 cm
Material: Baumwollgewebe; Seidentaft; Holz; Eisen

 

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