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Streitkolben (buzogan) als badische Kroninsignie
Dieser so genannte Buzogan wurde von dem siebenbürgischen Goldschmied Bartholomäus Igell aus Kronstadt gefertigt. Er war dem "Silberkammer Inventario" einverleibt und gelangte seinerzeit nicht in die "Türckische Kammer". 1811 wurde der Streitkolben in großer Eile anlässlich der bevorstehenden Beisetzungsfeierlichkeiten für Großherzog Karl Friedrich zu einem Zepter umgearbeitet und damit zur badischen Kroninsignie nobilitiert. Man tauschte den als "Reichsapfel" mißgedeuteten Schlagkopf gegen eine Krone, die mit 83 Steinen, 51 Rosetten und 32 Dicksteinen aus dem Rastatter Hofkirchenschatz besetzt und mit drei zusätzlich am Schaft montierten Ringen versehen wurde. Aufschluss darüber geben auch die Mitteilungen des Marquis von Montperny in seinen "Memoiren": "Ich habe gehört, daß aus Versehen dieses Stück mit anderem Bruchsilber wegegeben worden sey. Der Szepter wurde frisch verguldet, mit einer königlichen Krone versehen; die Steine dazu sowie die Brillantenringe wurden von den Steinen des Rastatter Hofkirchenschatzes genommen. Die pünctliche Beschreibung der Insignien sowie die Auskunft über ihren wahren Werth kann aus denen oberhofmarschallamtlichen Acten ersehen werden. Von denen Bruchsaler Pectoralien ist das schöne brillantene nebst den Ringen zur weiteren Disposition übrig. Da ihre Königliche Hoheit der Großherzog wegen sehr zu belobender Ersparnis über ihren Fidelitas brillantenen Stern disponiert haben, so können diese schönen Steine mit einigen tausend Gulden Zusatz ihnen den Ersatz der zu Wien zur Erleichterung der Staatscasse gebrachten Opfer verschaffen." (zit. n. Johann Michael Fritz, Hansmartin Schwarzmaier. Die Kroninsignien der Großherzöge von Baden. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 123. NF 86 (1977), S. 210f.).

Alte Inventare:
Vermutlich lässt sich der Streitkolben mit einem im Durlacher Inventar der Waffensammlung von 1680 unter Nr. 74 verzeichneten Stück identifizieren, das nach der Auslagerung der Waffensammlung in den Markgräfler Hof zu Basel im dortigen Inventar von 1690 (GLA 47/697) unter Nr. 121 beschrieben wird: "Ein Pusikan, über undt über mit Silber überzogen, theils verguldt."
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, S. 208 (mit Abb.)
 Fritz/Schwarzmaier 1977, S. 209ff., Abb.3



Der Schlagkopf wurde 1811 gegen eine Krone, die mit 83 Steinen, 51 Rosetten und 32 Dicksteinen besetzt ist, aus.
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Streitkolben
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Stilrichtung: Siebenbürgisch
Datierung: Streitkolben: um 1600; Krone: 1811
Maße: L 72.50 cm
Vor Schreck vergessen
Über die Kroninsignien der Großherzoge Badens kursieren viele Anekdoten. Zum Beispiel die amüsante Geschichte, wie sie während der badischen "Revolution" 1918 vom flüchtenden Großherzog im Park vergessen wurden!

 

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