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Kürass und Sturmhaube des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden
Sog. Doppelkürass, bestehend aus Brust, Rücken und zwei Beintaschen. Sämtliche Teile aus gebläutem Stahl; gebördelte und feingekerbte Ränder mit parallel gravierten Doppellinien. Eingeklebtes Futter aus rotem Seidensamt und originale Beriemung. Das schusssichere, aus einem Stück geschmiedete Bruststück (Inv. D 1a) mit Mittelgrat, Hals- und Armausschnitt und nach außen gebogenem schmalem Bauchrand. Auf der Brust in feuervergoldeter Gravierung die Collane des Ordens vom Goldenen Vließ (verliehen am 14. August 1692); die einzelnen, mit punzierten Blatt- und Blütenranken sowie rosettenförmig eingeschlagenen Punkten verzierten Feuereisen, Feuersteine und Funken der Ordenskette sind vereinfacht bzw. entstellt wiedergegeben. Auf der rechten Seite der Collane ein Kugelmal (Dm 15.00 mm), auf der Gegenseite, etwas tiefer, eine Beschussprobe. Das Rückenstück (Inv. D 1b) mit Hals- und Armausschnitt, gleichfalls aus einem Stück geschmiedet. Jetzt beiderseits in der Achsel mit dem Bruststück drehbar vernietet. Die seitlich des Halsausschnittes montierten Schulterbänder aus Leder sind beidseitig mit rotem Samt belegt und mit jeweils sechs zweifach aufgenieteten gravierten und vergoldeten Ziergliedern aus Messing besetzt; das unterste mit verlängerter Verschlußspange, deren drei Löcher zum Einhängen in das mit vergoldeter Öse und Häkchen ausgestattete Bruststück dienen. Beiderseits unten ein doppelt angenieteter Leibriemen mit Messingschnalle. - Dreifach geschobene Beintaschen (Inv. D 1c) mit regelmäßig angeordneten und vergoldeten Nietköpfchen, mittels Niete in den Bauchrand des Bruststückes eingehängt; beiderseits ein Riemen mit einer Schnalle.

Sturmhaube (Inv. D 1d), sog. ungarische Reiterhaube (Zischägge) mit halbkugelförmiger Glocke aus zwei Teilen; auf der Kalotte 16 feingeschnittene Radiallinien und eine mit rotem Samt unterlegte und punzierte Scheitelrosette mit profiliertem Zierknöpfchen. Angenieteter flacher, nach vorne zugespitzter Augenschirm. Durch diesen läuft das vergoldete, mit einer Flügelschraube feststellbare Naseneisen. Nackenschirm aus fünf übereinander genieteten Folgen, die unterste mit geschweiftem Rand. Zwei schildförmige Wangenklappen mit kreisförmig angeordneten Schallöchern; an der unteren Spitze jeweils eine Samtlasche für den (nicht erhaltenen) Kinnriemen. Die entlang der Ränder eingeschlagenen Nieten mit vergoldeten Zierknöpfchen. In sämtlichen Teilen eingeklebtes Futter aus rotem Seidensamt über dünner Schicht aus Baumwollwatte auf Ramiegewebe.

Erhaltungszustand:
Kürass: Die ursprünglich glatte Oberfläche sämtlicher Rüstteile jetzt stark fleckig und rauh infolge zahlreicher Korrosionsnarben. Die Vergoldung z.T. stark abgerieben, insbesonders am Naseneisen, an Ösen und Häkchen. Einige Nietköpfchen fehlen, einige sind ergänzt. Die beiden Schulterbänder mehrfach gerissen und z.T. repariert. Die Leib- und Beintaschenriemen abgerissen und z.T. genäht; eine Schnalle ergänzt. Das Samtfutter und die Wattierung der Sturmhaube stellenweise von der Verklebung abgelöst und vor allem an den Rändern ausgerissen; der Flor stellenweise abgescheuert.
Sturmhaube: Das Samtfutter und die Wattierung stellenweise von der Verklebung abgelöst und vor allem an den Rändern ausgerissen; der Flor stellenweise abgescheuert.


Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 168: "1 eisener Küras, bestehend in einem Brust-Rücken 2 unteren Schluß-Stücken, samt Puckel Haub mit meßingen Knöpfflen garnirt. innen mit rothem Sammet ausgemacht. [Ist des Prinz Louis Küras.]"
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 1
 Ludwig Wilhelm Markgraf von Baden 1707, S. 4
 Röder von Diersburg 1839 und 1842, S. 444f.
 Wien 1883, Nr. 145
 Rott 1933, S. 286
 Petrasch 1952, S. 605f.
 Petrasch 1954, S. 806
 Petrasch 1955, S. 60f
 Karlsruhe 1955, Nr. 54



In feuervergoldeter Gravur ist der Orden vom Goldenen Vlies, eine der höchsten Auszeichnungen, auf dem Kürass aufgebracht.
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Kürass und Sturmhaube
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 1a-d
Stilrichtung: Süddeutsch
Datierung: Nach 1692-vor 1703
Maße: Kürass: Brust: H 44.40 cm; Rücken: H 45.50 cm; Schulterbreite: 28.50 cm; Brustumfang: 107.00 cm; Sturmhaube: H (mit Zierknopf) 17.00 cm
Material: Stahl; Seidensamt; Leder
Gefährliche Schüsse
Woher rührt eigentlich das Kugelmal auf der rechten Brustseite? Der Augsburger "Monatliche Staatsspiegel für den Monat Maj 1703 " berichtet von einer abgeprallten Musketenkugel, die den Markgrafen in einem Gefecht am 24. April 1703 bei Vimbuch getroffen hat. Selbst bei der Leichenfeier für Ludwig Wilhelm in der Stiftskirche zu Baden-Baden wurden noch an diese gefährlichen Schüsse erinnert.

 

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