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Angeblicher Regimentsstab des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden
Langer Holzstab von rundem Querschnitt, mit rotem Seidensamt überzogen. In voller Länge besetzt in zwei spiralförmig parallelen Reihen mit elf (ursprünglich 18) nach links aufgerichteten Löwen (H 2.00 cm) bzw. mit 17 (ursprünglich 18) Rosetten (Dm 1.30 cm) aus Silber, gegossen und vergoldet. Als Griff eine glatte Tülle (L 11.50 cm), beiderseits mit profiliertem Wulstrand, Silber vergoldet. Am oberen Stabende eine gleichgeformte, etwas kürzere Tülle (L 6.30 cm) mit Knauf in Form eines Fürstenhutes (H 3.00 cm), Silber getrieben, ziseliert und vergoldet; die Bekrönung (Sphaira mit Kreuz?) abgebrochen und nicht erhalten. Der Fürstenhut bis in Einzelheiten weitgehend übereinstimmend mit dem auf der Standarte wiedergegebenen Exemplar. - Die Zierbeschläge in Form des "Zähringer Löwen" sowie die zähringischen Hausfarben Rot und Gold legitimieren den Regimentsstab als badische Insignie. Die Zuschreibung des seit 1721 nachweisbaren Regimentsstabes an Markgraf Ludwig Wilhelm quellenmäßig nicht belegt. Er ist auch nicht unter jenen Objekten aufgeführt, die Röder von Diersburg im Anhang seines Werkes zum ersten Mal als "Die in den Großherzoglichen Schlössern zu Carlsruhe und Rastadt aufbewahrten Stücke der Feldequipage des Markgrafen Ludwig" zusammengestellt hat (Philipp Freiherr Röder von Diersburg. Des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden Feldzüge wider die Türken, größtentheils nach bis jetzt unbenützten Handschriften. Bd. 2. Karlsruhe 1842, S. 444 ff.). Noch im Inventar von 1869 wird der Regimentsstab nicht gemeinsam mit den übrigen Rüststücken des Markgrafen - dem Kürass, den Handschuhen, der Standarte und der Schabracke - aufgeführt, sondern an ganz anderer Stelle mit Nr. D 241. Erstmals 1909 in dem von Edgar von Ubisch bearbeiteten Zettelkatalog der Karlsruher Trophäensammlung wird ohne Quellenangabe der Regimentsstab mit Ludwig Wilhelm in Zusammenhang gebracht und als dessen "Kommandostab" bezeichnet. Diese "Zuschreibung" gewissermaßen bildlich bereits 1862 auf einem Aquarell von G. Schreiber vorweggenommen; auf diesem sind Kürass und Sturmhaube des Markgrafen mit unserem detailgetreu wiedergegebenen Regimentsstab sowie dem Säbel und den Handschuhen zu einer Art Tropaion vereinigt. Möglicherweise handelt es sich bei dem Aquarell um die Wiedergabe eines Teiles der 1859 erfolgten Aufstellung der Trophäensammlung im Karlsruher Schloss.

Erhaltungszustand:
Von den im Inventar von 1772 verzeichneten 30 Zierbeschlägen jetzt noch 28 vorhanden. Am Griff die Vergoldung geringfügig abgewetzt und kleinere Bestoßungen. Eine größere Delle in der oberen Tülle. Der Fürstenhut seitlich etwas eingedrückt; dessen Bekrönung fehlt. Vom Flor des stellenweise fleckigen Samtes nur noch unter den Beschlägen Spuren erhalten.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 95: "1 Regiments-Staab oben und unten mit Silber Vergold beschläg, mit rothem Sammet überzogen auch 30 Stück klein Silber Vergolden Bucklen besezt." - Zweifellos identisch mit dem im "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) unter "Verschlag Nr. 19" aufgeführten "1 regimentsstab von rotem Sammet mit silber beschlagen". - Mit übereinstimmender Beschreibung auch in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) unter Nr. 19 enthalten.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 5
 Petrasch 1952, S. 602f., 619
 Karlsruhe 1955, Nr. 57 (dort irrtümlich als Marschallstab bezeichnet)



Die Zuschreibung des Regimentsstabes ist nicht gänzlich geklärt, doch zeigen Bilder den Türkenlouis mit einem derartigen Stab.
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Regimentsstab
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 241
Stilrichtung: Deutsch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh.
Maße: L 75.30 cm, Dm 2.65 cm
Material: Holz; Seidensamt; Silber; Vergoldetes Silber
Porträt mit Regimentsstab
Auf einem wenige Jahre nach seinem Regierungsantritt 1682 datierten Porträt von Theodor Roos hält Ludwig Wilhelm einen formgleichen Stab in der Rechten, der mit seinen (durch Glanzlichter) angedeuteten Zierbeschlägen - soweit das Ölgemälde dies erkennen lässt - unserem Regimentsstab sehr ähnlich ist.

 

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