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Angeblicher Reitersäbel des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden
Schwerer Reitersäbel, sog. Pallasch. Gerade, zweischneidige breite Klinge, beidseitig mit Hohlschliff im vorderen Drittel und eingeschlagener Marke. Eisernes Korbgefäß mit Längsrillen und (stark abgeriebener) Goldbemalung. Die abwärts gebogene Parierstange sowie der dreifache Parier- und doppelte Fingerbügel sind mit dem Griffbügel verbunden. Zylindrischer, längsgerillter Knauf mit Nietknopf; geripptes, dunkelbraun gefärbtes Griffholz. Die (wohl nachträglich angefertigte) Scheide aus Holz mit dunkelbraunem Lederüberzug; das Ortband und zwei bandförmige, wulstartig profilierte Zwingen mit Öse und Ring aus Messing. Die Zuschreibung des Säbels an Markgraf Ludwig Wilhelm quellenmäßig nicht belegt. Im Inventar zur "Türckischen Kammer" hingegen ist der Säbel als zum "Harnisch des Kayser Mathias gehörig" bezeichnet. Obgleich dem "Ehren-Gedächtnuß" von 1707 (Ludwig Wilhelm, Markgraf von Baden 1707, S. 26) zufolge bei der Aufbahrung Ludwig Wilhelms im Rastatter Schloss "zu einer Seit läge sein Degen", findet sich unser Säbel auch nicht unter jenen Objekten, die Röder von Diersburg im Anhang seines Werkes zum ersten Mal als "Die in den Großherzoglichen Schlössern zu Carlsruhe und Rastadt aufbewahrten Stücke der Feldequipage des Markgrafen Ludwig" zusammengestellt hat (Röder von Diersburg 1842, S. 444 f.). Noch im Inventar von 1869 wird der Säbel nicht gemeinsam mit den übrigen, unter Nr. D 1-4 genannten Rüststücken des Markgrafen - dem Kürass, den Handschuhen, der Standarte und der Schabracke - aufgeführt, sondern zusammen mit den übrigen Hieb- und Stichwaffen der Sammlung an anderer Stelle mit Nr. 35. Erstmals 1909 wird die Waffe in dem vom damaligen Direktor des Berliner Zeughauses, Edgar von Ubisch, verfassten Zettelkatalog der Karlsruher Trophäensammlung ohne Quellenangabe als "Säbel mit Scheide des Markgrafen Ludwig Wilhelm" bezeichnet.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 127: "1 großer Sabel, das Gefeß und Beschlag der Scheide von Meßing."
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 6
 Petrasch 1952, S. 603f.
 Petrasch 1954, S. 806
 Karlsruhe 1955, Nr. 58



Der schwere Reitersäbel besitzt eine zweischneidige breite Klinge, die beidseitig einen Hohlschliff im vorderen Drittel aufweist.
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Reitersäbel
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 35
Stilrichtung: Deutsch
Datierung: 17. Jh.
Maße: L 103.00 cm; Klinge: L 87.50 cm; Scheide: L 88.70 cm
Material: Eisen; Messing; Holz; Leder

 

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