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| Prunkschabracke aus rotem Seidensamt |
Bestehend aus dem trapezförmigen, oben konkav gerundeten Brustblatt und den beiden Flankendecken, die an der Oberkante in der vorderen Hälfte jeweils eine viertelkreisförmig ausgesparte Sattellage aufweisen und darunter einen etwas schmäleren, von unten bis zur halben Deckenhöhe reichenden Ausschnitt für die Beine und Steigbügel des Reiters. Die beiden Flankendecken sind über dem Widerrist mit einer und über der Kruppe des Pferdes mit zwei (ursprünglich vergoldeten) Eisenschnallen und Gurten verbunden; das Brustblatt ist beiderseits mit je einer Schnalle und Gurtband an der Vorderkante der Flankendecken befestigt. Die einzelnen Schabrackenteile sind aus rotem Seidensamt (Webebreite ca. 60.00 cm) geschnitten, an den wulstigen Rändern umgeschlagen und mit gleichen Samtstreifen eingefasst; mit drei aneinander geklebten Lagen Filz gepolstert und rückseitig mit rotem Baumwollstoff gefüttert. Jedes Schabrackenteil hat am unteren Rand eine schmale Zierborte in Brettchenweberei aus weißer und beigefarbener Seide, mit eingehängten Quasten aus roter Seide und vergoldetem Silberlahn vor gelbem, mit rotem Baumwollstoff unterlegten Seidentaft. Sämtliche Schauseiten (mit Ausnahme der Sattelaussparung auf den Flankendecken) sind mit gebuckelten Zierbeschlägen aus getriebenem und feuervergoldetem Kupferblech (Tombak) in zweierlei Formen und in regelmäßiger Anordnung appliziert; und zwar bilden jeweils sechs im Kreis um einen sechsstrahligen Stern gruppierte, rautenförmig stilisierte Blätter mit reliefierter Fiederung eine Art Rosette (Dm ca. 12.00 cm); diese "Rosetten" sind in horizontaler Reihung übereinander angeordnet; zwischen diesen sowie z.T. auch entlang der Ränder sind jeweils drei in Dreiecksform plazierte, gleichfalls mit ihren spitzen Enden nach außen gerichtete Blattappliken aufgereiht; einzelne von diesen dienen auch als Rand- und Füllstücke. (Auf dem Kruppenteil der linken Flankendecke ist in einer der "Rosetten" anstelle des zentralen Sternes ersatzweise eine Blattapplike in originaler Montierung verwendet). Die Appliken sind an ihren Ösen mit schmalen Lederriemchen (B bis 5.00 mm) durch die Filzlagen angenäht. Gesamtzahl der Zierbeschläge: 521; davon 49 auf dem Brustblatt und 236 je Flankendecke.
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Erhaltungszustand: 1987 in den Museumswerkstätten umfassend restauriert: Der kaum ausgeblichene und abgeriebene, relativ gut erhaltene Samt, der nur an den Außenkanten abgescheuert ist und nur vereinzelt kleinere Löcher und Risse sowie geringe Ergänzungen aufweist, wurde gesäubert; durch verdrehte Appliken entstandene Druckstellen im Flor konnten nicht beseitigt werden. Der ausgeblichene und größtenteils braungrau verfärbte Futterstoff, der bereits bei älteren Restaurierungen stellenweise ausgeschnitten und erneuert worden war, wurde unter Verwendung der originalen Teile ergänzt. Der fast völlig ausgefallene gelbe Seidengrund der stark beschädigten Quastenborte ist ergänzt und mit Crepeline gesichert, ebenso die stellenweise stark zerrissene Kordelverschnürung. Die fehlende, bereits früher z.T. mit Baumwollwatte ergänzte Filzpolsterung wurde mit Wollfilz erneuert. Zur Entlastung der auf dem Samt befestigten originalen Aufhänger dient jetzt ein auf den Filz aufgelegtes Stützgewebe. Beschädigte, abgerissene und fehlende Gurte sowie zwei Eisenschnallen sind ergänzt. Die stark verschmutzten, z.T. zerkratzten, eingerissenen und an den Rändern flachgedrückten Zierbeschläge wurden gereinigt und poliert, Oxydationen beseitigt und aus konservatorischen Gründen partiell nachvergoldet. Ergänzung von 30 fehlenden Appliken durch galvanische Nachbildungen: 14 auf der linken, 15 auf der rechten Flankendecke und 1 auf dem Brustblatt. Neubefestigung der ergänzten und Sicherung einiger originaler Appliken.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 24, 25, 26: "1 dito [Pferd Zeug] von rothem Sammet, in den nemlichen Stücken bestehend, mit Seidenen Quästlen besetzt, die Zierathe von Kupfer Vergolden Stückhen." - Da die vier Prunkschabracken Inv. D 115, D 118, D 117, D 116 in allen Inventaren stets zusammen in unmittelbarer Folge aufgeführt sind, ist vorliegendes Exemplar zweifellos identisch mit der im "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) unter "Verschlag Nr. 27" aufgeführten "1 item von rotem sammet mit vergoldtem silber". - Unter Nr. 33 auch in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) enthalten.
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Literatur:
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Die Pferdedecke ist aus rotem Seidensamt gefertigt. Gut erhalten sind die Zierbeschläge aus feuervergoldetem Kupferblech.
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Prunkschabracke Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 116 Stilrichtung: Osmanisch Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. Maße: Brustblatt: H (mit Quastenborte) 65.00 cm, B (oben) 53.00 cm, B (mit Borte) 68.00 cm; linke Flankendecke: H (Widerrist) 82.00 cm, H (Kruppe) 76.00 cm, L 137.00 cm; rechte Flankendecke: H (Widerrist) 81.00 cm, H (Kruppe) 74.00 cm, L 142.00 cm; Sternapplike Material: Seide; Seidensamt; Vergoldeter Silberlahn; Vergoldetes Kupferblech; Eisen; Baumwollgewebe; Leder; Filz
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