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| Prunkschabracke mit Zierbeschlägen (Rosetten) |
Bestehend aus dem trapezförmigen, oben konkav gerundeten Brustblatt und den beiden Flankendecken, die an der Oberkante der vorderen Hälfte jeweils eine viertelkreisförmig ausgesparte Sattellage aufweisen und darunter einen etwas schmäleren, von unten bis zur halben Schabrackenhöhe reichenden Ausschnitt für die Beine und Steigbügel des Reiters. Die beiden Flankendecken sind über dem Widerrist mit einer und über der Kruppe des Pferdes mit zwei Eisenschnallen verbunden; das Brustblatt ist beiderseits mit je einer Schnalle und Gurtband an der Vorderkante der Flankendecken befestigt. Die einzelnen Schabrackenteile sind aus blauem Seidensamt (Webbreite ca. 60.00 cm) geschnitten, an den wulstigen Rändern umgeschlagen und mit gleichen Samtstreifen eingefasst; gepolstert mit drei aneinander und auf die Rückseite des Samtes mit Stärkekleister geklebten Lagen hellen Filzes (ca. 1.50 cm dick) und rückseitig mit gelbem, halbseidenem Kettatlas gefüttert; zwischen diesem Futter und dem Filz ist ein zusätzliches Stützfutter aus grünlich eingefärbter Baumwolle eingeklebt. Jedes Schabrackenteil hat am unteren Rand eine schmale Zierborte in Brettchenweberei aus Metallfäden (Silberlahn, (Z), um weiße sowie vergoldeter Silberlahn, (Z), um gelbe Seidenseele) mit einem trapezförmigen Behang (H 12.00 cm) aus gelbem, mit gleichfarbigem Atlas hinterfüttertem Seidenbrokat, dessen Rankenmuster nur noch bruchstückhaft erkennbar ist. Sämtliche Schauseiten (mit Ausnahme der ausgesparten Sattellage auf den Flankendecken) sind dicht besetzt mit gebuckelten Zierbeschlägen aus getriebenem, größtenteils vergoldetem Silberblech in vier verschiedenen Formen und regelmäßiger Anordnung: Vertikal aufgereihte große Appliken in Form spitzovaler Blätter, gefüllt mit achsensymmetrisch getriebenen Blumenzweigen, deren Blüten z.T. graviert und nielliert sind, wechseln streifenweise mit kleinen Silberrosetten zwischen vergoldeten und niellierten Sechsecksternen (mühr-i Süleyman); entlang der Ränder verläuft ein Fries aus nach innen gerichteten stilisierten Tulpen. Jede Blattapplike ist mit einem Tremulierstich versehen; außerdem ist auf insgesamt 23 Blattappliken und Sechsecksternen eine Tuğra (mehr oder weniger fragmentarisch) eingeprägt; nach Zygmunt Abrahamowicz davon achtmal als Tuğra Sultan Mehmets IV. zu identifizieren.
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Erhaltungszustand: 1988 in den Museumswerkstätten umfassend restauriert: Der nachgedunkelte, stellenweise fleckige und abgescheuerte, z.T. ausgefallene Flor des Samtes wurde gesäubert; durch verdrehte Appliken entstandene Druckstellen konnten nicht beseitigt werden. Das brüchige, stellenweise fleckige Atlasfutter, das insbesondere auf dem Brustblatt stark zerstört ist, wurde auf diesem mit gelb eingefärbter und punktuell festgenähter Crepeline abgedeckt; vereinzelte Risse und kleinere Löcher im Futterstoff wurden mit gelb eingefärbtem Baumwollatlas unterlegt. Der stark beschädigte Behang aus Seidenbrokat, dessen Kette fast völlig ausgefallen ist bzw. dessen lose liegende Fäden bei einer älteren Restaurierung festgeklebt worden sind, ist jetzt nach sorgsamer Reinigung mit rosa eingefärbter, punktuell aufgenähter Crepeline gesichert; zur Stabilisierung wurde auf der Rückseite der Borte ein gelb eingefärbter Baumwollatlas unterlegt. Beschädigte bzw. fehlende Gurte sowie drei Schnallen erneuert. Die Appliken wurden gereinigt und poliert, verschiedentliche Deformierungen und Beschädigungen konnten nicht beseitigt werden.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 21, 22, 23: "1 dito [Pferd Zeug] in denen nemlichen Stücken, und Zierathe bestehend, nur etwas andere Facon." - Da die vier Prunkschabracken Inv. D 115, D 118, D 117, D 116 in allen Inventaren stets zusammen in unmittelbarer Folge aufgeführt sind, ist vorliegendes Exemplar zweifellos identisch mit der im "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) unter "Verschlag Nr. 27" erwähnten "1 dito dergleichen" (vorangehende Schabracke beschrieben als "1 türkische grosse waldrap blau mit silber"). - Unter Nr. 32 auch in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) enthalten.
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Literatur:
| Karlsruhe 1991, Nr. 32
| | Renner 1941, S. 104
| | Petrasch 1952, S. 614, 620
| | Petrasch 1954, S. 807
| | Karlsruhe 1955, Nr. 414
| | Karlsruhe 1959, Nr. 75
| | Petrasch 1961, S. 56f.
| | Tavard 1975, S. 141, Taf. 137
| | Karlsruhe 1976 b, Nr. 245
| | Petrasch 1977, Nr. 10,11
| | Karlsruhe 1984, S. 77 f. |
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Die Schabracke aus blauem Seidensamt verzieren getriebene und gravierte Beschläge aus vergoldetem Silberblech.
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Prunkschabracke Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 118 Stilrichtung: Osmanisch Datierung: 2. Hälfte 17. Jh., vor 1687 Maße: Brustblatt: H (mit Borte) 70.00 cm, B (oben) 52.00 cm, B (mit Borte) 72.50 cm; linke Flankendecke: H (Widerrist) 82.00 cm, H (Kruppe) 77.00 cm, L 149.00 cm; rechte Flankendecke: H (Widerrist) 83.00 cm, H (Kruppe) 76.00 cm, L 149.00 cm; Blattappliken: H 10 Material: Seidensamt; Baumwollgewebe; Silberlahn; Vergoldeter Silberlahn; Seidenseele; Seidenbrokat; Silberblech; Vergoldetes Silberblech; Eisen; Filz; Halbseidenkettatlas
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