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Schabracke (gelbe Seide mit Drahtstickerei)
Rechteckiger, völlig mit Draht bestickter Teil, der über der Kruppe des Pferdes lag, mit umlaufender brettchengewebter Fransenborte, und rechteckige Sattellage aus gelbem Halbseidenkettatlas (mit Baumwollschuss), der auch das Futter bildet. Im Hauptfeld der Stickerei zwei große, fünffach gestufte Rosetten, jede umschlossen von Spitzoval aus zwei Blattrispen mit abzweigenden Tulpen und Rosetten. In der Mittelachse Pinienzapfen mit Tulpen und Rosette; darüber ist mit gestickter silberner Randeinfassung und Füllung aus rotem Samt ein Schlitz (für den Schweifriemen) vorgetäuscht. In der Bordüre mit Rosette gefüllte Medaillons, denen Nelken entsprießen. Die an den Enden mit Wellenlinie abschließende Bordüre ist außen mit einem Blütenfries besetzt. Stickerei mit silbervergoldetem und silbernem Draht in Kordeltechnik. Silbern die Randeinfassungen, auch der Medaillons, das Innere der Rosetten, sonst goldfarben. Als Stickgrund weißes leinwandbindiges, im Kantenbereich gelblich gefärbtes Baumwollgewebe, das mit weißem, vierbindigem Baumwollköper doubliert ist. Darauf sind gezwirnte dicke weiße Baumwollfäden partienweise, der Form der auszuführenden Stickerei angepasst, in Anlegetechnik festgeheftet. Die Drahtstickerei mit Stickfäden aus gelbem Leinenzwirn (S) niedergenäht und dabei gewebeartig strukturiert: im Mustergrund des Hauptfeldes nach Art von Köperbindung, in der Bordüre nach Art von Panamabindung, in den Medaillons mit Zickzacklinien. An den Schmalseiten Kordel aus vergoldetem Silberdraht als Randeinfassung. Die Stickplatte versteift durch Einlage aus vier Lagen kräftigen naturfarbenen Baumwollgewebes, die an dem Stickgrund festgeheftet ist. Borte in Brettchenweberei aus Metallfäden: silbervergoldeter Lahn (Z) um gelbe Seidenseele; die Fransen bestehen aus Schussschlingen. B der Borte ca. 1.00 cm, B mit Fransen ca. 9.00 cm.

Erhaltungszustand:
Viele Fransen fehlen. Drahtstickerei ungleichmäßig oxydiert.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 29: "1 dito [Sattel Decke], ganz goldreich gestickte, daß der Grund nicht zu sehen, ebenfalls mit Goldschnür besezt, und gelbem Taffet gefüttert." - Zweifellos identisch mit der laut "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) in den "Verschlag Nr.2" hinzugepackten "1 türkische pferdt deken mit silber und gold gelb gefüttert". - Ob es sich dabei um eine der im "Nachlaßinventar des Markgrafen Hermann" von 1691 (GLA 46/3577) aufgeführten "Zwey türck. schabrackhen ganz silber und goldt" handelt oder vielleicht auch um jene, bereits im "Schloßinventar Schlackenwerth" von 1685 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) enthaltene "1 türckisch gantz mit gold gestückte Schabracken", bleibt ungeklärt.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 36
 Wien 1883, Nr. 437
 Renner 1941, S. 104
 Karlsruhe 1955, Nr. 416
 Petrasch 1977, Nr. 17



Die rechteckige Pferdedecke aus dem späten 17. Jh. ist mit prächtiger Drahtstickerei in Anlegetechnik versehen.
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Schabracke
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 121
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: Spätes 17. Jh.
Maße: L (ohne Fransenborte) ca. 135.00 cm; gestickte Platte: L (ohne Fransenborte) 84.00 cm, B (ohne Fransenborte) 156.00 cm
Material: Samt; Baumwollgewebe; Leinwand; Silberdraht; Vergoldeter Silberdraht; Vergoldeter Silberlahn; Seidenseele; Halbseidenkettatlas; Baumwollfaden; Leinenzwirn

 

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