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Prunkreitzeug mit palmettenförmigem Anhänger
Bestehend aus Kopfgestell mit Zügel, Brust- und Schweifriemen. Sämtliche Teile (Zügel ausgenommen) aus rotbraunen Lederriemen (B 2.50 cm); auf diesen sind in fugendichter Folge schmale, in der Mitte stumpfwinkelig gebogene Zierbeschläge mit den Schlaufen ihrer Rückseiten aufgeschoben; die walmdachförmig aus Silber gegossenen und vergoldeten Beschläge sind über dem Winkelscheitel mit einer Rosette verziert. Die Reihe der Beschläge beschließt jeweils ein schildförmiges Endstück. Aus gleichem Material auch der übrige Zierat des Reitzeuges. Zum besseren Halt ist das gesamte Riemenzeug auf rotes Saffianleder aufgenäht, das auf den von Beschlägen freien Teilen einseitig mit einem schmäleren Lederstreifen belegt ist. Pferdekopfgestell ohne Gebiss; Kopfstück und das parallel zu diesem angeordnete Genickstück sind beiderseits und am Scheitel mit je einem Kettchen (L 5.60 cm bzw. 3.50 cm) verbunden. In Schläfenhöhe, über der Verbindung des Kopfstückes mit Stirn- und Backenriemen beiderseits eine quadratische Zierplatte mit profiliertem Rand (3.30 cm x 3.30 cm), deren pyramidenstumpfförmiger Buckel in den Ecken mit je einer stilisierten Tulpe und einer Mittelrosette verziert ist. Die gleichen Buckelplatten auch jeweils in der Mitte des Stirn- und Nasenriemens. Verstellbarer Kinnriemen ohne Beschläge. Der Kehlriemen oder -behang nicht erhalten. Über der Gabelung des dreiteiligen Brustriemens eine große getriebene Buckelscheibe mit schmalem Rand (Dm 7.00 cm), in deren silbernen Schlaufenring auf der Innenseite die Riemen befestigt sind; die Schauseite ist in sechs Kreissegmente unterteilt, wobei jeweils ein mit doppelter Volutenranke verzierter Zwickel mit einem glatten wechselt. Unten an der Buckelscheibe (in nicht originaler Montierung) auf zwei Ringen bzw. Ösen ein halbmondförmiger Zierbehang aus zwei Eberzähnen in einer silbervergoldeten, an ihren blattförmigen Enden aufgenieteten Manschette mit gravierten Blatt- und Blumenranken; diese ist in der Mitte besetzt mit einem (aus Glas imitierten) Smaragd in Tafelschliff und quadratischer Kastenfassung, beiderseits flankiert von je einem ovalgefassten Türkis; unten in der Mitte auf Ösen und Ring ein palmettenförmiger Anhänger (H 5.20 cm, B 4.90 cm) aus vergoldetem Silberblech mit symmetrisch gravierten und ausgeschnittenen rumi-Ornamenten. Schweifriemen mit Schlaufe von rundem Querschnitt, über der Riemengabelung die gleiche quadratische Buckelplatte wie am Kopfgestell. Der Zügel (B 2.30 cm) mit Rautenmuster in Brettchenweberei aus zartgrüner Seide und größtenteils vergoldetem Silberlahn; am Ende geflochtene Schlaufe.

Erhaltungszustand:
Von den im Inventar von 1772 aufgeführten 307 Beschlägen etc. jetzt noch 298 vorhanden. Die Vergoldung der Beschläge z.T. abgerieben. Die beiden Hauer außen abgesplittert und gerissen, die Innenseiten gegen die Spitzen zu abgeschliffen. Die Schnallen am Kopfgestell und Brustriemen wohl nicht original; sie stimmen überein mit Schnallen am Reitzeug Inv. D 131 sowie mit mehreren, in der Sammlung lose aufbewahrten Exemplaren. Der vergoldete Silberlahn des Zügels stellenweise losgelöst und ausgerissen.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 56: "1 roth Saffianen Pferdt Kopf-Gestell, samt Hinter und Vorder Zeug, woran 307 Stück Bucklen, und Schnallen, Von masiv Silber, Vergold, nebst 2 großen Schweinsfäng in Form eines halben Monds gefaßt, und mit 3 Stück Steinen besezt." - Zweifellos identisch mit dem im "Badisch-Sachsen-Lauenburgischen Bestandsinventar" von 1691 (GLA 46/4044) aufgeführten "... Türkischer Zaum und bruststück Silber Vergoldt mit wilden Sau Zähnen ... Am 31 Oktobris von Regenspurg körnen..." aus dem dortigen Nachlass des Markgrafen Hermann. - Ebenso enthalten im "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) im "Verschlag Nr. 14": "1 stickh von einem haubtgestellt mit einem forderzeig von massiv silber mit Schweins zahnen".
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 73
 Wien 1883, Nr. 420
 Renner 1941, S. 69
 Petrasch 1952, S. 627
 Karlsruhe 1955, Nr. 435
 Petrasch 1977, Nr. 19
 Bruchsal 1981, Nr. K 4
 Fingerlin 1981, S. 417, Anm. 3 und S. 430 f.
 Wien 1983 b, Nr. 16/132
 Frankfurt 1985, Nr. 11/26



Das Prunkreitzeug besteht aus Kopfgestell mit Zügel, Brust- und Schweifriemen. Sämtliche Teile sind aus rotbraunem Leder.
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Prunkreitzeug
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 131
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. (vor 1691)
Material: Leder; Vergoldetes Silber; Saffianleder; Eberzahn; Glas; Türkis; Vergoldetes Silberblech; Seide; Vergoldeter Silberlahn

 

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