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| Prunkreitzeug mit Sechseckstern www.tuerkenbeute.de/sam/sam/sam_rei/D132_02_de.php |
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Bestehend aus Kopfgestell mit Zügel, Brust- und Schweifriemen. Sämtliche Teile (Zügel ausgenommen) aus unterschiedlich breitem Riemenzeug (B 2.80 cm und 5.30 cm); auf diesen sind teils mit Abstand, teils fugendicht in Form und Größe unterschiedliche Zierbeschläge (3.30 cm x 3.20 cm und 5.40 cm x 4.20 cm) mit den Schlaufen ihrer Rückseiten aufgeschoben; den Dekor der rechteckigen, aus Silber getriebenen und vergoldeten Beschläge bildet jeweils eine ausgeschnittene und gravierte gegenständige Doppelranke mit Blüten und zentralen Silberknöpfchen, eingefasst mit doppeltem Schnurrand und seitlichem Zackenfries. Aus vergoldetem Silber auch der übrige Zierat. Zum besseren Halt ist das gesamte Riemenzeug auf rotes Saffianleder aufgenäht. Pferdekopfgestell ohne Gebiss; Kopfstück und das parallel zu diesem angeordnete Genickstück sind beiderseits und am Scheitel mit je einem geflochtenen Lederbändchen (L 3.00 cm) verbunden; in Schläfenhöhe, über der Verbindung des Kopfstückes mit Stirn- und Backenriemen beiderseits eine quadratische, flachgewölbte Zierplatte (5.00 cm x 5.00 cm) mit profiliertem Rand und seitlich ausgeschnittenem Gitterwerk; die fugendicht aufgeschobenen (ursprünglich zugehörigen?) Beschläge des Genickstückes unterscheiden sich von denen des übrigen Reitzeuges: Rechteckige Zierstücke (3.00 cm x 2.20 cm) mit ausgeschnittenem Beschlag- und Rollwerk wechseln mit jeweils zwei schmalen, walzenförmig gewölbten und mit stilisierten Tulpen verzierten Beschlägen (3.00 cm x 0.90 cm). Vom anhängenden Kehlriemen nur Reste erhalten. Kein Nasenriemen. Anstelle eines durchgehenden Stirnriemens beiderseits ein kurzes Riemenstück, an dessen Ende jeweils eine (nicht original) aufgenietete Wirbelrosette (Dm 4.10 cm); an diesen befestigt ein prächtiger Stirnbehang (L ca. 48.00 cm) aus beiderseits je 13 Schnüren aus roter Seide, z.T. mit vergoldetem Silberlahn umwunden, die sich in der Mitte gitterförmig überkreuzen und zu einem auf der Spitze stehenden Quadrat verflochten sind; sie enden nach unten in einem langen Quastenbehang; auf dem quadratischen Schnurgitter ein großer, aus vergoldetem Silberblech ausgeschnittener Sechseckstern (mühr-i Süleyman), der mit einer sechsblättrigen, ebenfalls ausgeschnittenen Rosette (Dm 10.00 cm) verflochten ist; auf der Innenseite mit rotem Saffianleder hinterlegt. Der breitere dreiteilige Brustriemen (B 5.30 cm) ist mit den gleichen, nur entsprechend größeren Zierbeschlägen (5.50 cm x 4.20 cm) besetzt wie die Backenriemen. Über der Riemengabelung eine große Buckelscheibe (Dm 10.80 cm) mit ausgeschnittenen und gravierten Arabesken; unten am äußeren Rand eine eingestempelte Marke (tuğra?). Auf jedem der drei Riemen große Schnallen und Riemenzungen mit gleichem ausgeschnittenem Arabesken-Dekor. Auf der rechten Riemenzunge ebenfalls eine eingestempelte Marke (tuğra?) und am Seitenrand Stichelprobe. Die Buckelscheibe (Dm 8.20 cm) über der Gabelung des mit übereinstimmenden Beschlägen (3.30 cm x 3.10 cm) besetzten Schweifriemens ist (abweichend von der des Brustriemens) mit durchbrochenen Blattranken verziert. Der Zügel mit rautenartigen Ornamenten und Randeinfassung in Brettchenweberei aus roter, hellblauer, hellbrauner und schwarzer Seide sowie z.T. vergoldetem Silberlahn. Erhaltungszustand: Bei der 1983 in den Museumswerkstätten durchgeführten Restaurierung wurden offene und gebrochene Nähte unter Verwendung der originalen Stichkanäle nachgenäht und die Silberteile gereinigt. Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 55: "1 Kopf-Gestell, samt Vorder und Hinter Zeug. Von rothem Saffian, mit 105 Stück silber Vergolden groß und kleinen Bucklen, Schnallen, Brust-Kreuz und Kopf-Schild versehen, samt einem Ziegel von Seiden, Silber und Gold gewürckt." Literatur: Karlsruhe 1991, Nr. 72 Wien 1883, Nr. 452 Petrasch 1954, S. 80 Karlsruhe 1955, Nr. 434 Petrasch 1977, Nr. 18 |
![]() Den Stirnbehang mit Quasten ziert ein Sechseckstern, die Brustriemen eine Buckelscheibe mit ausgeschnittenen Arabesken. Daten & Fakten: Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 132 Stilrichtung: Osmanisch Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. Material: Vergoldetes Silber; Saffianleder; Leder; Seide; Vergoldeter Silberlahn; Vergoldetes Silberblech; Silberlahn |