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| Prunksattel mit Drahtstickerei |
Sog. orientalischer Bocksattel. Hölzerner Sattelbaum (Linde) mit hellbraunem Lederüberzug, darauf teilweise gitterförmiger Ritzdekor. Schräggestellte, nach hinten etwas auseinanderlaufende, gerade Trachten mit beidseitig kurzen vorstehenden, nach unten gerundeten Enden; in der vorderen Hälfte ein rechteckiger Ausschnitt für den (nicht vorhandenen) Steiggurt. Vorgeneigter steiler Vorderzwieselbogen, der hohe Knauf mit Mittelgrat; unter diesem eine Schlaufe aus roter Seidenkordel; halbrunder, nach hinten geneigter Hinterzwieselbogen. Mit Ziegenhaaren gepolsterter Ledersitz. Die seitlich beiderseits bis zum inneren Scheitel der Sattelbögen reichenden, unter den vorstehenden Trachtenenden durchgezogenen und weit herabhängenden, rechteckigen Sattelblätter sind aus einem Stück dunkelbraunem Leder geschnitten und am Sattelbaum angenagelt. Diese und der Sitz sind mit rotem Seidensamt bezogen, mit schmalen, rotbraunen Lederstreifen eingefasst und die gesamte Fläche geschmückt mit reicher Stickerei auf dünner Lederunterlage in Anlegetechnik aus z.T. vergoldetem Silberdraht: Achsensymmetrische feine Blattranken mit großen palmettenartigen Blüten (hatayi); entlang der Außenränder der Sattelblätter ein umlaufender Fries aus stilisierten herzförmigen Blättern mit Gabelranken. Die beiden Sattelbögen und vorstehenden Trachtenenden sind in gleicher Technik völlig bestickt mit ähnlichen, silbernen Blatt- und Blütenranken auf Goldgrund; auf dem Knauf beiderseits eine palmettenförmige Blüte. Auf den Trachtenenden, am Ansatz der beiden Sattelbögen, jeweils eine durchgenietete Messingrosette.
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Erhaltungszustand: Der Samt ausgeblichen und stark wellig; der Flor partiell abgescheuert und ausgefallen; unterhalb des Ansatzes des hinteren Sattelbogens auf beiden Seitenblättern eine nierenförmige Fehlstelle (L 6.00 cm bzw. 3.50 cm). Die Metallfäden der Stickerei vielfach lose und ausgebrochen; die Lederunterlage stellenweise, vor allem an den spitzen Enden, abgelöst und z.T. leicht eingerollt. Die Ledereinfassung mehrfach aus- und abgerissen.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 11: "1 dito [roth sammeter Sattel] hinter und Vorderhalb am Sattel-Baum auf Borten Arth, und der Siz samt Sattel Taschen ebenfalls reich mit Gold gestickt." - Vermutlich einer der im "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) unter "Verschlag Nr. 27" aufgeführten "3 rot sammete türkische Sattel gestückt". - Offensichtlich identisch mit Nr. 39 der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998): "Roth Sameter Türckischer Sattel gantz mit Silber und Goldt gestickht".
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Literatur:
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Auf der Lederunterlage ist eine Stickerei aus z.T. vergoldetem Silberdraht in Anlegetechnik ausgeführt, die das hatayi-Motiv zeigt.
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Prunksattel Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 151 Stilrichtung: Osmanisch Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. Maße: Sattelbaum: L 44.00 cm, B 36.00 cm, H (mit Knauf) 32.00 cm; Sattelblätter: H (bis zum inneren Scheitel des Vorderstegs) 52.50 cm, B (unten) 48.00 cm Material: Lindenholz; Leder; Seidenkordel; Ziegenhaar; Seidensamt; Silberdraht; Vergoldeter Silberdraht; Messing
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