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| Sattel mit Bemalung |
Sog. orientalischer Bocksattel. Hölzerner Sattelbaum, vollständig belegt mit einer Zwischenschicht aus zerfaserten Sehnen, darüber die weiteren, im folgenden beschriebenen Schichten. Auf der Unterseite gänzlich mit (ungeprägter) Birkenrinde beklebt. Schräggestellte, nach außen stark gewölbte und nach hinten etwas auseinanderlaufende Trachten mit vorstehenden, nach unten gerundeten Ecken; im Mittelstück jeweils ein rechteckiger Ausschnitt für die Steigbügelriemen sowie beidseitig davon je zwei durch Bohrungen angeknotete Riemen mit Lochung (L 38.50 cm, B 4.70 cm) aus gelblichem Leder. Auf der Rückseite des Hinterzwieselbogens je ein angenagelter, weißlicher Lederstreifen (L 15.50 cm, B 1.20 cm) mit langem Schlitz. Steiler, nur leicht nach vorne geneigter Vorderzwieselbogen mit beidseitig gewölbtem, zurückgebogenem Knauf. Etwas stärker nach hinten geneigter Hinterzwieselbogen mit nur nach außen gewölbtem Knauf. Die hochgewölbte Sitzfläche ist aus einer gehärteten Masse von zerfaserten Sehnen und Leim über den Trachten und den Innenseiten der Sattelbögen ausmodelliert bis auf eine verbliebene Öffnung; in deren Scheitelhöhe ein an den Schmalseiten genageltes (erneuertes?) Lederband als Sitzunterlage. Das noch 1842 erwähnte "grün tuchene silbergestickte Sitzkissen" (Philipp Freiherr Röder von Diersburg. Des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden Feldzüge wider die Türken, größtentheils nach bis jetzt unbenützten Handschriften. Bd. 2. 1842, S. 442) ist nicht mehr vorhanden. Oberhalb der Trachten angenagelte Satteltaschen aus rotbraunem Leder, beklebt mit beidseitig aufgerautem, grünem Wolltuch; am Rand umlaufende Wolkenbandmotive in Reliefstickerei mit silbervergoldetem Lahn (S), um gelbliche Seidenseele. Randeinfassung mit parallel geführten, vergoldeten Silberlahnen (S), um gelbliche Seidenseele, in Anlegetechnik, der Fixierfaden aus Leinen, zweifach, (S). Die Außenseiten der Sattelbögen und die der Trachtenenden sind über weißer Grundierung, die auf der Sehnen-Zwischenschicht aufgetragen ist, bemalt. Der gesamte Fond überzogen mit feinen Blatt- und Blütenranken in Pudergold. Auf dem Knauf und der Stegmitte leuchtend zinnoberrote Medaillons, ausgefüllt mit einer Blüte und wirbelförmig geordneten Blattranken; über dem unteren Stegbogen lediglich die Spitze eines solchen Medaillons. Zwischen diesen und in den unteren Ecken stark geschweifte, grüne Wolkenbänder mit eingeschriebener Punktreihe. Auf den Trachtenenden S-förmiges, rotes Blatt mit doppelter (Blüten-?) Ranke, umgeben von einem blaugrünen Wolkenband. Alle Binnenzeichnungen und Umrahmungen in Pudergold. Die bemalten Sattelteile sind mit einer schwarzen, von dünnen Silberlinien begleiteten Randeinfassung versehen und mit einem schrägen Federmuster in Silber ausgefüllt. Flächig umbrabraun ausgemalte Innenseiten der Sattelstege, gerahmt von einer silbernen Linie. Auf beiden Knaufrückseiten eine silberne Tulpe mit Stiel und Blättern.
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Erhaltungszustand: Erhaltungszustand: Der gesamte Sattel ist stark verschmutzt. Die Birkenrinde stellenweise abgeblättert und rissig. Das Wolltuch z.T. ausgerissen und durch Mottenfraß zerlöchert. Die Grundierung teilweise abgeplatzt - großflächig am hinteren, rechten Trachtenende.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 14: "1 dito [Sattel], der Sattelbaum gemahlt, mit grün Tüchener Sattel Taschen und dergleichen Sitz-Polster etwas mit Silber gestickt."
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Literatur:
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Für die Bemalung wurde Pudergold verwendet, die Unterseite des Sattels ist gänzlich mit Birkenrinde beklebt.
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Sattel Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 159 Stilrichtung: Osmanisch Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. Maße: Sattelbaum: L 41.50 cm, B 25.50 cm, H (mit Knauf) 29.50 cm; Satteltaschen: H (23.50 cm), B 25.50 cm Material: Holz; Birkenrinde; Sehne; Leder; Wolltuch; Vergoldeter Silberlahn; Seidenseele
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