Zweischwänzige Karbatsche
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Die Karbatsche hat einen kurzen runden Holzstiel mit abwechselnd drei- und zweifachen konzentrischen Rillen sowie ringförmig verbreiterten und abgerundeten Enden; im unteren Drittel ein Bohrloch für die durchgezogene Handschlaufe aus schmalem Lederband. Der aus mehreren übereinander genähten, keilförmigen Lederplatten bestehende Peitschenschuh ist mit einem ledernen Zopfring sowie achtfach um den Stiel gewundenen und in drei Bohrlöchern fixierten Lederschlingen an dessen oberem Drittel befestigt. Nach etwa Drittellänge gabelt sich die mit einem dichten Zickzack-Flechtwerk aus Lederbändern (B 2.00-3.00 mm) überzogene flexible Karbatsche in zwei lange, dünnere Schwänze, die gleichfalls mit Lederbändchen (B ca. 2.00 mm) kreuzweise umflochten sind; auf eines der beiden knorpeligen Schwanzenden ist eine Hülse aus dünnem Eisenblech aufgezogen. Am Ansatz des Peitschenschuhs sowie an der ebenso mit Zopfring und Schlingen gefassten Gabelung je zwei gegenständige, trapezförmige Lederzungen.



Erhaltungszustand:
Der Holzstiel von beiden Enden bis jeweils über die Mitte der Länge nach gespalten; ein am unteren Ende wohl an falscher Stelle gebohrtes Loch mit einem Holzbolzen verschlossen. Die Lederschlingen am oberen Stielende z.T. abgerissen; eine der Lederzungen am Peitschenschuh ist abgerissen, eine an der Gabelung eingerissen und genäht. Die Eisenblechhülse stark korrodiert; am zweiten Peitschenstrang, an der Stelle der hier fehlenden Metallhülse, ist das Flechtwerk z.T. aufgelöst und gerissen.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 72: "1 Türckische Knopf-Beitsche, mit einem starcken kurzen Stihl." - Vermutlich identisch mit der im "Nachlaßinventar des Markgrafen Hermann" von 1691 (GLA 46/3577) aufgeführten "Ein türck.paitsch". - Offensichtlich die in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) unter "Nr. 59" enthaltene "1Türckische Cameel Beitschen".

Literatur:
Karlsruhe 1991, Nr. 115
Petrasch 1952, S. 599, 634
Karlsruhe 1955, Nr. 448

Die Riemenpeitsche aus der 2. Hälfte des 17. Jh. besteht aus einem dichten Zickzack-Flechtwerk aus Lederbändern.

Daten & Fakten:
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 249
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. (vor 1691)
Maße: L 123.50 cm; Stiel: L 34.50 cm, Dm 3.40 cm; Peitsche (mit Schuh): L 102.00 cm, Dm 3.40 cm
Material: Holz; Leder