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Kehlbehang
Zierbehang am Kehlriemen des Pferdekopfgestells aus einem Büschel hellgebleichter, leicht gewellter Haarsträhnen des Pferdeschweifes. Oben gefasst in einer zylindrischen Tülle mit Wulstring und kegelförmiger Hülse aus getriebenem und vergoldetem Silberblech. Auf der Spitze eine angenietete drehbare Öse in Spangenform.

Erhaltungszustand:
Hülse am kegelförmigen Ansatz gerissen; die Vergoldung stellenweise abgerieben. Haarbüschel zusätzlich (nicht original) mit Schnüren zusammengebunden.

Alte Inventare:
Offensichtlich der im "Inventarium Uber Die Fürstliche Rüst Cammer zu Carlsburg" 1680 (LA 47/696) in einem Nachtrag vom 27. Juli 1688 (unter falscher Bezeichnung) enthaltene "roßschwantz mit einem Silbern vergulten Knopf", den Markgraf Friedrich VII. Magnus (1647-1709) mit weiteren türkischen Beutestücken "von Frau Obrist Leut: Starkhin erkauft" hat. - Dort auch der (gleichfalls falsch bezeichnete) Kehlbehang Inv. G 7 aufgeführt. Da in sämtlichen Durlacher Inventaren (zuletzt 1862) nie mehr als diese beiden "Roßschweife" erwähnt werden, sind sie zweifellos identisch mit dem im "Basel Inventarium" von 1773 (GLA 47/693) fol. 247, genannten "2 Roß Schweife", die 1799 nach Karlsruhe zurückgebracht wurden.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 114
 Petrasch 1952, S. 646 f., Anm. 130 und 136, S. 654
 Karlsruhe 1955, Nr. 447



Der Zierbehang aus hellgebleichten Haarsträhnen eines Pferdeschweifes wurde als Kehlriemen eines Pferdekopfgestells benutzt.
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Kehlbehang
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: G 8
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. (vor 1688)
Maße: Hülse: 12.30 cm, Dm 5.2 cm; Haarbüschel: L ca. 57.00 cm
Material: Rosshaar; Vergoldetes Silberblech
Nicht verwechseln!
Kehlbehänge wurden verschiedentlich irreführend auch als Rossschweife bezeichnet. Die Großwesire wären sicher nicht sehr erfreut gewesen, hätte man ihre Würde- und Rangabzeichen in einem Atemzug mit dem Pferdezubehör genannt.

 

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