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Armschiene mit Handschutz (mit vergoldeten Gravuren)
Gewölbte, dem rechten Unterarm angepasste, polierte Eisenschiene, gegen den Ellbogen konisch verbreitert, mit gerundetem Abschluss, am Handgelenk etwas aufgebogen; in der oberen Hälfte entlang des Randes gekehlt, ebenso auf der Wölbung drei längsparallele, spitz zusammenlaufende Kehlungen, gleichfalls vergoldet. Der Pulsaderschutz besteht aus zwei flachgewölbten, schmalrechteckigen Eisenplatten, die an den Längsseiten gelocht und mittels 8er-förmigen Messingringen verbunden und an die Armschiene angehängt sind; an der äußeren Gelenkplatte drei aufgenietete Spangen mit Schnallen aus Messing; diesen entsprechen an der Armschiene drei schmale, lederne Verschlussriemen. Gravierter und feuervergoldeter Dekor: Auf der Armschiene zwei Vierpassrosetten und an deren Rändern beiderseits je drei halbe Rosetten; je drei Vierpassrosetten auf den beiden Gelenkblechen; deren Schmalseiten sowie die Außenränder der Armschiene sind mit abwechselnd silbernen und silbervergoldeten Rosetten besetzt; am Handrand der Armschiene eine ovale Fassung für den (verlorenen) Türkis. - Der vierfach angenietete Handschutz in Form eines Fäustlings besteht aus einem dichten Geflecht kleiner, vernieteter Eisenringe (Dm ca. 5.00 mm), das auf der Innenseite mit Leder unterlegt und mit roter Seide gefüttert ist; eingenähte, aus Leder geflochtene Daumen- und (abgerissene) Fingerschlinge. Das Ringgeflecht ist mit dem nach außen umgeschlagenen Leder-Seidenfutter eingefasst und streifenförmig besetzt mit 8 kleinen und 10 größeren, durchbrochenen Rosetten aus vergoldetem Silber auf unterlegten Lederplättchen.

Erhaltungszustand:
Die jetzt silbrig schimmernden Eisenschienen ursprünglich wohl gebläut. Das Seidenfutter ausgebleicht, verschlissen und ausgerissen, ebenso die Randeinfassung des Fäustlings. Zwei s-förmige Messingringe fehlen. Der nicht erhaltene Türkis 1842 noch erwähnt (siehe Röder von Diersburg 1842, S. 438), 1878 laut Inventareintrag nicht mehr vorhanden.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 160: "1 Panzer Handschuhe, von Eisen Dratt, mit meßingenen Bucklen, und einer Arm Schin aus 3 Stücken bestehend, von schlechtem Silber, Vergold, mit einem blauen Türckis und 12 Roßetlen besezt." - Offensichtlich identisch mit dem in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) unter Nr. 5 beschriebenen "Silberner Zihr vergoldter Husarn Armb Harnisch mit einen Türckis sambt 12 Diamanteln umbher versetzt". - Wahrscheinlich der bereits im "Badisch-Sachsen-Lauenburgischen Bestandsinventar" von 1691 (GLA 46/4044) aufgeführte "1 Ungarische Arm Harnisch", der im "Inventar zur Prager Reise" 1721 (im Zweiten Weltkrieg vernichtet) unter "Verschlag Nr. 19" als "1 silbern hussarn arm harnisch" wiederkehrt.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 26
 Petrasch 1952, S. 614, 620 und 627
 Karlsruhe 1955, Nr. 409
 Schleißheim 1976, Nr. 114
 Petrasch 1977, Nr. 8



Der Panzerhandschuh weist gravierten und feuervergoldeten Dekor auf, auf dem Fäustling sitzen vergoldete Silberrosetten.
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Panzerhandschuh
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 14
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. (vor 1691?)
Maße: L 51.00 cm; Armschiene: L 32.50 cm, B 8.90 cm; Gelenkplatten: L 12.50 cm, B 4.80 cm; Fäustling: L 18.50 cm
Material: Eisen; Messing; Leder; Vergoldung; Silber; Seide

 

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