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Schild mit Zypressendarstellung
Runder, gewölbter Schild aus Ruten der Rotang-Palme ("Rattan"), die in 45 konzentrischen Spiralen um eine massive Mittelscheibe aus Lindenholz (Dm ca. 20.00 cm) gelegt sind, wobei die einzelnen Ruten mit roten, gelben und blauen Seidenfäden sowie feinem Silberdraht ornamental umflochten sind: Auf der durchgehend roten Schaufläche des Schildes in radialer Reihung sechs stilisierte "Zypressen"; zwischen diesen jeweils in wechselnder Folge drei Rautenornamente in gezackter Dreieckform und drei stilisierte Zweige mit je sieben, achsensymmetrisch angeordneten Blüten. Am Außen- und Innenrand je drei gelbe Rutenlagen, darin dreimal bzw. viermal (z.T. verdeckt) der Name "Allah" in Drahtsilber. Der Außenrand ist mit einem grünbemalten, angenähten Lederstreifen eingefasst. Gewölbter, strahlenförmig gerippter, mit vier Eisennägeln im Mittelholz befestigter Schildbuckel aus Eisen; in dessen Mittelrosette (z.T. verputzt) Inschrift in Oberflächen-Tauschierung. Nach einer von Zygmunt Abrahamowicz vorgeschlagenen, z.T. rekonstruierten Lesart könnte es sich bei dem erkennbaren Teil der Inschrift vielleicht um den Titel eines muslimischen Herrschers handeln: "Der gerechte und mächtige Sultan". Um den Schildbuckel, dessen Rand mit einem vorstehenden und gezackten roten Wolltuch unterlegt ist, vier und in regelmäßig konzentrischer Anordnung sechs weitere rosettenförmige Nietplättchen aus Eisen; deren Ösen mit Ringen auf der Innenseite des Schildes dienen zur Halterung des zentralen quadratischen Kissens bzw. der aus grüner Seide geflochtenen Arm- und Faustfessel sowie des (nicht vorhandenen) Schulterriemens. Das Kissen, dessen Oberseite aus grünem Wolltuch und dessen Unterseite aus einem braunen, leinenbindigen Gewebe besteht, ist mit stark verschlissenen und zusammengenähten Resten eines Mischgewebes aus Seide und Baumwolle gefüllt. Auf der Innenseite des Schildes eingeklebtes Futter aus rotem Wolltuch.

Erhaltungszustand:
Das Seidenflechtwerk ist an mehreren Stellen durchgescheuert; der Silberdraht durchgehend schwarz oxydiert. Die Goldtauschierung stark abgerieben; die Zackenborte nur in Resten erhalten. Die schadhafte Ledereinfassung mehrfach aus- und abgerissen, die grüne Bemalung größtenteils abgerieben. Das Futter und der Kissenbezug sind stark zerschlissen (Mottenfraß) und stellenweise ausgerissen. Von der Arm- und Faustfessel sind nur Reste vorhanden. An einer Öse fehlt der Ring.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 167: "1 dito [Pfeil-Schirm] farbichter mit eisenem Blättel und rothem Tuch gefüttert."
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 118
 Karlsruhe 1955, Nr. 451
 Kühnel 1963, S. 205, Abb. 165
 Petrasch 1977, o. Nr. (Umschlag-Vorderseite, bzw. S. 53)



Auf der Schauseite des Schildes entstehen Ornamente und Schriftzeichen durch die Umwicklung mit Seide und Silberdraht.
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Schild
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 20
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 17. Jh.
Maße: Dm 59.50 cm; H 13.80 cm; Schildbuckel: DM 20.00 cm
Material: Rotang-Palme; Lindenholz; Silberdraht; Leder; Eisen; Eisennagel; Wolltuch; Seidenfaden; Seide; Leinen; Baumwollgewebe

 

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