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Zwei Wangenklappen von einer Sturmhaube
Linke (D 245) und rechte (D 246) Wangenklappe einer orientalischen Sturmhaube (Zischägge) aus Eisen. Jede Klappe besteht aus vier Einzelteilen, die auf der Innenseite mit schmalen Bändern aus Eisenblech auf Lederunterlage verbunden und mit vergoldeten Kupferstiften vernietet sind: Auf dem trapezförmigen Mittelstück eine spitzovale, dreifach gestufte Gehörrose und vier vergoldete Zierköpfe in den Ecken. Beiderseits je ein angepasstes, ungleich geformtes Flügelstück; das vordere jeweils in der unteren Hälfte halbrund vorgewölbt. Am Mittelteil unten angehängt das schildförmige Schnallstück. Alle Einzelteile sind auf den Außenflächen übereinstimmend mit goldenen Arabesken in Oberflächentauschierung dekoriert, nur das hintere Flügelstück der rechten Wangenklappe ist mit einem abweichenden Füllwerk aus größeren Gabelblattranken verziert. Sämtliche Außenränder sind mit schmalem Silberblech gebördelt, das an der Innenkante mit einer feinpunzierten Punktleiste versehen ist. Die Ränder aller vier Einzelteile sind rundum mit halbkugeligen Nietköpfchen aus (ursprünglich vergoldetem) Kupfer eingefasst. Das Futter der Innenseite nur in Resten erhalten, vor allem an der rechten Wangenklappe: Über einem eingeklebten Baumwollstoff und einer dünnen Wattierung aus ungefärbter Baumwolle ein feines, rautenförmig abgestepptes Seidengewebe.

Erhaltungszustand:
Starke Gebrauchsspuren. Die Goldtauschierung ist stellenweise abgeblättert. Die Silberblech-Bördelung mehrfach stark verbeult, z.T. ein- und stückweise ausgerissen. Etliche der (ursprünglich vergoldeten) Nietköpfchen fehlen. Bei einer älteren Restaurierung wurden an beiden Mittelstücken jeweils die zwei oberen Zierknöpfchen ergänzt. Die beiden (vom Mittelteil wohl gelösten) Schnallstücke wurden neu vernietet und mit einem übergeklebten Fleckchen aus rotgelbem Seidendamast zusätzlich am Mittelstück befestigt; von dem vierfach längsgefalteten blauen Baumwollband, das vermutlich bei derselben Restaurierung als Kinnriemenersatz an beide Schnallstücke angenietet wurde, ist an der rechten Klappe ein kleines Stück erhalten, an der linken nur ein Rest unter der Niete. Bei einer jüngeren, aufgrund des eingenähten bedruckten Papierstückes um 1930 datierbaren Reparatur, hat man erneut versucht, an der rechten Klappe das Schnallstück zu stabilisieren.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 174 und 175: "2 eisene Brust-Schildle mit silberner schmahler Einfaßung." - Wohl identisch mit den in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) unter Nr. 28 aufgeführten "2 Kleine Eyserne vergoldte Türckische Stirn Schirml."
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 29, 30
 Petrasch 1952, S. 590, Anm. 38, S. 614f.
 Karlsruhe 1955, Nr. 408



Die goldtauschierten Wangenklappen mit Arabeskendekor gehörten einst zu einer Sturmhaube eines osmanischen Panzerreiters.
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Wangenklappen
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 245, D 246
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 17. Jh.
Maße: Linke Klappe: H 14.50 cm, B 15.80 cm; Rechte Klappe: H 15.40 cm, B 15.90 cm
Material: Eisen; Leder; Kupfer; Silberblech; Vergoldung; Baumwollgewebe

 

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