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Schild mit durchschossenem Schildbuckel
Runder, gewölbter Schild aus Ruten der Rotang-Palme ("Rattan"), die konzentrisch um eine massive Mittelscheibe aus Lindenholz (Dm ca. 23.00 cm) gelegt sind, wobei die einzelnen Ruten mit roten, blauen, gelben und grünen Seidenfäden ornamental umflochten sind: Auf der roten Schaufläche des Schildes, die am Außen- und Innenrand mit je drei grünen Rutenlagen eingefasst ist, drei Wolkenbandornamente in Blau und etwas Gelb, dazwischen jeweils der Name "Allah" in verblassten roten Schriftzeichen auf (ursprünglich) grünem Grund. Der Außenrand ist mit einem schmalen, angenähten Lederstreifen eingefasst. Gewölbter eiserner (durchschossener) Schildbuckel, mit vier Eisennägeln im Mittelholz befestigt und bemalt mit vier Kreisornamenten und einer Rankenbordüre in Rot, Gold und Schwarz. Um den Schildbuckel vier und in regelmäßiger konzentrischer Anordnung sechs weitere rosettenförmige Nietplättchen aus vergoldetem Eisen; deren Ösen mit Ringen auf der Innenseite des Schildes dienen zur Halterung des zentralen quadratischen Kissens bzw. der aus blauer Baumwolle geflochtenen Arm- und gekreuzten Faustfessel sowie des (nicht vorhandenen) Schulterriemens. Das eingeklebte Futter ist aus grünem Wolltuch. Nachweisliches Beutestück des Markgrafen Karl Gustav von Baden-Durlach aus der Schlacht am Berg Harsäny (bei Mohacz) am 12. August 1687, bei der dem kaiserlichen Heer das gesamte Türkenlager in die Hände fiel. Markgraf Karl Gustav (1648-1703), der im Türkenkrieg als General-Feldzeugmeister von 1684-1688 die vier schwäbischen Kreisregimenter befehligte, hat den Schild mit neun weiteren Trophäen hernach seinem regierenden Bruder, Markgraf Friedrich VII. Magnus (1647-1709), geschenkt.

Erhaltungszustand:
Bemalung des Schildbuckels stark verrieben und z.T. abgeblättert; am Rand Durchschuss (L 5.00 cm); darunter befindliche Holzscheibe gebrochen und z.T. abgesplittert. Der dem Schildbuckel und den Nietplättchen unterlegte schmale Zackenbesatz aus grünem Wolltuch ist nur in geringen Resten erhalten. Das Seidenflechtwerk, insbesondere die roten Fäden, stark ausgebleicht. Die schadhafte Ledereinfassung mehrfach aus- und losgerissen. Das Futter aus grünem Wolltuch durch starken Mottenfraß nur in Resten vorhanden. Die Füllung des Kissens, dessen Unterseite aus blauem und dessen Oberseite aus grünem Baumwolltuch besteht, ist nicht erhalten.

Alte Inventare:
In einem Nachtrag zum "Inventarium Uber die Fürstliche Rüst Cammer zu Carlsburg" von 1680 (GLA 47/696) als "Eine rothe rundetsch, hat in der mit ein loch, ist geschoßen" mit neun weiteren Beutestücken aufgeführt unter dem Vermerk: "Anno 1688. den 22. Marty haben Ihr dhlt: Herr Marggrav Carl Gustaph, Ihrer dhlt: Meinem gndsten Herrn mit auß Ungarn gebracht. Von Haßan, auß der schlacht." - Zweifellos der in späteren Inventaren als "in der Mitte durchschoßen" bezeichnete Schild.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 119
 Petrasch 1952, S. 646, 651
 Petrasch 1953, S. 35
 Karlsruhe 1955, Nr. 453



Auf der roten Schaufläche des Schildes befinden sich drei Wolkenbandornamente in Blau, dazwischen jeweils der Name "Allah".
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Schild
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: G 2
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. (vor 1688)
Maße: Dm 65.50 cm; H 14.00 cm; Schildbuckel: Dm 23.00 cm
Material: Rotang-Palme; Lindenholz; Seidenfaden; Leder; Eisennagel; Baumwollgewebe; Wolltuch; Eisen
Durchschuss
Alles deutet auf einen harten Kampf hin: Der Buckel des Schildes weist am Rand einen Durchschuss auf; die darunter befindliche Holzscheibe ist gebrochen und teilweise abgesplittert.

 

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