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Schild mit roter Seidenumwicklung
Runder, gewölbter Schild aus Ruten der Rotang-Palme ("Rattan"), die in 45 konzentrischen Spiralen um eine hölzerne Mittelscheibe (Dm ca. 18.00 cm) gelegt sind, wobei die einzelnen Ruten mit roten Seidenfäden und feinem Silberdraht ornamental umflochten sind: Auf der durchgehend roten Schaufläche des Schildes drei silberne Wolkenbandornamente, dazwischen (ebenso in Drahtsilber) jeweils eine spitzgerahmte Schriftkartusche mit den Namen "Allah" und "Muhammed"; am äußeren und inneren Schildrand dreizehnmal bzw. fünfmal (z.T. verdeckt) der Name "Allah". Gewölbter eiserner Schildbuckel, mit vier Eisennägeln im Mittelholz befestigt; verziert mit goldenen Schriftzeichen und Ornamenten in Oberflächen-Tauschierung: Im zentralen Rundmedaillon "O Muhammed" und die Umschrift: "Es gibt keinen Helden außer Ali, es gibt kein Schwert außer Zülfikar"); in der mittleren Zone drei Sternmedaillons abwechselnd mit drei spitzovalen Medaillons, darin der Name "Allah" (Über dem "l" Verdopplungszeichen); in der äußeren Randbordüre die Umschrift: "...Hilfe von Gott und nahen Sieg! Und verkünde die Freude den Gläubigen". Sure LXI, 13. "O Muhammed! O Genossen/Gefährten!" Um den Schildbuckel vier und in regelmäßiger konzentrischer Anordnung sechs weitere rosettenförmige Nietplättchen aus vergoldetem Eisen; deren (nicht vergoldete) Ösen mit Ringen auf der mit rotem Seidensamt gefütterten Innenseite des Schildes dienen zur Halterung des zentralen quadratischen Kissens bzw. der aus roter und grüner Seide geflochtenen Arm- und gekreuzten Faustfessel sowie des (nicht erhaltenen) Schulterriemens. Die Unterseite des gleichfalls mit rotem Samt bezogenen und mit Baumwollwatte gefüllten Kissens besteht aus ungefärbter Baumwolle. Der Außenrand des Schildes ist mit einem schmalen, rotbemalten und angenähten Lederstreifen eingefasst.

Erhaltungszustand:
Das rote Seidenflechtwerk, insbesondere rund um den Schildbuckel und an den Nietplättchen, stark verschmutzt (wohl durch Einwirkung von Reinigungsmitteln); größere Flächen fleckig mit Wasserrändern; in den Rutenfugen Reste eines weißen Pulvers. Der Silberdraht durchgehend schwarz oxydiert und geringfügig ausgerissen. Die Oberflächen-Tauschierung am Schildbuckel stellenweise abgerieben, ebenso die Vergoldung der Nietplättchen und die rote Farbe der Ledereinfassung. Von der unterlegten schmalen Zackenborte des Schildbuckels aus grünem Wolltuch nur ein geringer Rest erhalten. Das Samtfutter z.T. verschlissen und auf 21.00 cm Länge aufgeschlitzt und eingerollt. Vom Schulterriemen nur ein abgerissener Rest in einem der Halteringe vorhanden.

Alte Inventare:
Aus der ehemaligen Rüstkammer der Karlsburg in Durlach. - Zweifellos identisch mit den laut Inventareintrag "den 18ten Septembris... Anno 1688 im Fürstlichen Schloß Carolsburg eingepackte" und nach Basel verbrachten "Vier Türckhische Rondatschen". - Ebenso identisch mit den im "Basel Inventarium" von 1773 (GLA 47/693) fol. 129, aufgeführten und 1799 mit weiteren Türkenbeutestücken nach Karlsruhe zurückgebrachten "3 Türkische rothe seidene runde Waffen Schild".
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 121
 Petrasch 1952, S. 651
 Karlsruhe 1955, Nr. 450
 Karlsruhe 1976 b, Nr. 257
 Petrasch 1977, Nr. 23
 Bruchsal 1981, Nr. K5
 Karlsruhe 1984, S. 75
 Stuttgart 1987, Nr. 1.76



Der runde, gewölbte Schild aus Rotang-Palme ist mit roten Seidenfäden und feinem Silberdraht ornamental umflochten.
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Schild
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: G 4
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh. (vor 1688)
Maße: Dm 60.00 cm; H 14.00 cm; Schildbuckel Dm 18.30 cm
Material: Rotang-Palme; Holz; Seidenfaden; Silberdraht; Eisen; Eisennagel; Vergoldetes Eisen; Seidensamt; Seide; Baumwollfaser; Baumwollgewebe; Leder

 

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