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Briefbeutel des persischen Schahs (kese)
Längsrechteckig, an einer Schmalseite offen mit einem um 2.00 mm vorstoßenden inneren Besatz, einem Schrägstreifen (B 2.80 cm) aus schwarz-weiß gestreiftem Seidentaft; darauf ist mit Tinte "Imperator“ geschrieben. Übriges Futter aus feinem gelbem Seidentaft. Der Oberstoff besteht aus einem Stück Seidengewebe mit Goldgrund, Samit mit lanciertem und broschiertem Muster (Seidenbrokat). Der Goldgrund mit lichtgrünen, schwarz gerandeten Wellenbändern durchzogen. Darauf in versetzter Reihung Blumenstauden, reihenweise wechselnd nach links und nach rechts geneigt. Die aus rot- und orangefarbener Zwiebel aufwachsende Staude mit schwarz gerandeten, gelb- und grasgrünen Stengeln und Blättern trägt eine Rose und andere Blüten in Orange, Erdbeerrot, Lachsrosa, Hell- und Dunkelblau, Beige und Braunviolett. Inneres der Blüten z.T. in Silber. Samit in vierbindigem Rechtsgratschussköper (Köperschusskompositbindung). Vorderseite: Goldgrund mit schwarz gefassten grüngoldenen Wellenbändern, Blumenstauden broschiert. Rückseite: vermutlich grünschwarzer Grund mit goldenen Wellenbändern. 44 Hauptkettfäden/cm, 44 Bindekettfäden/cm, jeweils aus gelborangefarbener Seide, insgesamt ca. 84-88 Kettfäden/cm. Mustergrund: 50 Schüsse/cm aus Goldlahn oder vergoldetem Silberlahn? (S) um gelb-orangefarbene Seidenseele (S); Wellenbänder: Metallfaden und grüner Seidenfaden, nicht verzwirnt; Wellenkonturen: Metallfaden und schwarzer Seidenfaden, nicht verzwirnt. Ca. 46 Broschierschüsse/cm aus farbiger Seide bzw. Silberlahn (S) um weiße Seidenseele. Kettproportion: 1:1. Der spiegelnd wirkende Goldgrund wurde offenbar mechanisch geglättet. 9.00 cm sowie 18.30 cm unterhalb der Öffnung des Beutels Löcher vom ehemaligen Schnurdurchzug.
Ehemaliger Inhalt (Kriegsverlust): Fragment eines Schreibens von Schah Suleiman II. von Persien an Kaiser Leopold I. mit Siegel und Datierung (BLB Hs. Rastatt 230). Anlass und eigentlicher Inhalt des Briefes nicht bekannt; bei der Katalogisierung 1892 war nur der Anfang des Schreibens mit allgemeinen Freundschaftsversicherungen vorhanden (Die Handschriften der Großherzoglichen Badischen Hof- und Landesbibliothek in Karlsruhe. 2. Orientalische Handschriften. Karlsruhe 1892. - Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. 2. Orientalische Handschriften. Neudr. mit bibliographischen Nachträgen. Wiesbaden 1970, Nr. 34, 104).

Erhaltungszustand:
Einseitig verblasst.

Alte Inventare:
„Türckische Kammer“ (GLA 47/1998) Nr.231: „1 Brieff Sack von Drap d'or mit Taffet gefüttert, worinn eine große Türckische Schrifft“. - Gleiche Herkunft wie BLB Hs. Rastatt 224/229 - Identisch mit Nr. 231 der "Specificatio“ von 1774 (GLA 46/4459): „Ein langlechter Sack von Gold Stoff mit bunten Blumen, worinn eine große Arabische Schrifft auf Papier.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 297
 Petrasch 1952, S. 634, 656ff., 683, Abb. 6a
 Karlsruhe 1955, Nr. 520, Abb. 65
 Petrasch 1977, Nr. 44



Dieser kostbare Briefbeutel diente einst dem Versand eines Schriftstückes von Schah Suleiman II. von Persien an Leopold I.
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Briefbeutel
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe
Inv.: BLB Hs. Rastatt 230
Stilrichtung: Persisch
Datierung: Um 1680/1681
Maße: L 82.50 cm; Muster: Rapporthöhe 27.00 cm, -breite 14.50 cm
Material: Seidentaft; Seidenbrokat; Goldlahn; vergoldeter Silberlahn (?); Metallfaden; Seidenfaden

 

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