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| Briefbeutel für Vertragsurkunde |
Längsrechteckig, an einer Schmalseite offen. Als Oberstoff ein Stück Seidengewebe, dessen Grund dunkelrot, mit vergoldetem Silberdraht durchschossen und dessen Muster mit Metallfaden einbroschiert ist (Seidenbrokat). Futter aus (ehemals) rosafarbenem Seidentaft. Das goldfarbene Muster besteht aus drei Motiven von Zweigen mit Granatapfel und Beere, in versetzten Reihen übereinander angeordnet und mit entgegengesetzter Biegung der Zweige wiederholt. Der Stoffgrund in Kombinationsbindung: Leinwandbindung und dreibindiger Rechtsgratkettköper, Broschierschüsse dem Muster entsprechend flottierend. 85 Kettfäden/cm aus roter Seide, ungedreht, davon 58 in Leinwand, 27 in Köper bindend, 16 Grundschüsse/cm aus rötlicher Seide, achtfädig, unverzwirnt, 16 lancierte Musterschüsse/cm aus vergoldetem Silberdraht, doppelt, unverzwirnt, 16 Broschierschüsse/cm aus vergoldetem Silberlahn (S) um gelbe Seidenseele (S).
Ehemaliger Inhalt (Kriegsverlust): Fermān Sultan Mehmets IV. an Győrgy II. Rákóczi, Fürst von Siebenbürgen, ausgefertigt zwischen dem 12. und 22. Juni 1649. Diente dem Überbringer der Vertragsurkunde BLB Hs. Rastatt 232, (Die Karlsruher Türkenbeute. Die "Türckische Kammer" des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden. Die "Türckischen Curiositaeten" der Markgrafen von Baden-Durlach. Badisches Landesmuseum Karlsruhe. Bearbeitet von Ernst Petrasch, Reinhard Sänger, Eva Zimmermann, Hans Georg Majer, Karlsruhe 1991, Nr. 299) als Beglaubigungsschreiben und zur Einführung (Die Handschriften der Großherzoglichen Badischen Hof- und Landesbibliothek in Karlsruhe. 2. Orientalische Handschriften. Karlsruhe 1892. - Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. 2. Orientalische Handschriften. Neudr. mit bibliographischen Nachträgen. Wiesbaden 1970, 34, 96. - Franz Babinger. Zwei türkische Schutzbriefe für Georg II. Rákóczi, Fürsten von Siebenbürgen, aus dem Jahre 1649. In: Babinger. Aufsätze und Abhandlungen zur Geschichte Südosteuropas und der Levante.1. München 1962. S. 408 ff.).
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Erhaltungszustand: Unterhalb der Öffnung Falten vom Zusammenbinden des Beutels. Die Stoffoberfläche ist einseitig nachgedunkelt.
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr.234: "1 dito [Brieff Sack].“ - Identisch mit Nr. 234 der "Specificatio“ von 1774 (GLA 46/4459): "Ein Dito, mit einer Arabischen Schrift.“
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Literatur:
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Der Oberstoff besteht aus einem Stück dunkelroten Seidengewebe, das mit vergoldetem Silberdraht durchschossen ist.
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Briefbeutel Badische Landesbibliothek, Karlsruhe Inv.: BLB Hs. Rastatt 233 Stilrichtung: Beutel: Osmanisch, Gewebe: Italienisch Datierung: 2. Viertel 17. Jh./vor Juni 1649 Maße: L 82.50 cm, B 13.00 cm, Rapport des Musters: H 50.50 cm-52.00 cm, B 13.30-13.80 cm Material: Seidengewebe; Silberdraht; Metallfaden; Seidenbrokat; Seidentaft; Seidenseele; vergoldeter Silberlahn
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