|
|
 |
Die Kalligrafie bildete eines der wesentlichen Elemente der hochentwickelten Schreibkultur der Osmanen. Kalligrafischen Schmuckformen begegnen wir nicht nur in kostbaren Handschriften, sondern auch auf Waffen und Alltagsgegenständen, z.B. auf Rundschilden, Bögen oder Säbeln.
Zur Aufbewahrung der Schreibutensilien waren prachtvoll geschmückte Kastenschreibzeuge mit herausnehmbaren Einsätzen gebräuchlich.
Die Hohe Pforte verschickte ihre Schreiben an ausländische Herrscher in kostbaren Stoffhüllen - oft aus Seidenbrokat oder -atlas. Das strenge Hofzeremoniell, das auch die Korrespondenz regelte, schrieb Material und Farbe des "Briefumschlags“ genau vor. Diese waren vom Rang des Absenders und Empfängers abhängig.
Bei den Handschriften der Karlsruher Türkenbeute handelt es sich zum einen um Defter, Aktenstücke osmanischer Kanzleien, so etwa den Abrechnungen wohltätiger Stiftungen für die Heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina. Das Archiv des Osman Pascha, eines hohen Würdenträgers der Hohen Pforte, ist bedauerlicherweise größtenteils im bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg verloren gegangen, jedoch als Faksimile überliefert. Ebenso ein Brief des Wesirs Kara Mustafa Pascha an den Hofkriegsratspräsidenten, den Markgrafen Hermann von Baden. Glanzstück der Sammlung ist eine mit Miniaturmalerei illustrierte Handschrift, "Das Buch Quintessenz der Historien“, eine historisch-genealogische Abhandlung. Viele Propheten und Herrscher aus islamischen Dynastien, vor allem die Osmanen, erscheinen in Porträtmedaillons. Des Weiteren gibt es Handschriften aus dem Bereich der Frömmigkeit: ein Amulett, vier Gebetbücher und eine Art Prophetenbiografie. |
|
 |
 |

Mit Hingabe widmeten sich die Osmanen der Kalligrafie. Noch erhaltene illustrierte Handschriften und Urkunden zeugen von der hochentwickelten Schriftkunst und Buchkultur.
Katalogtext |
 |
| |
|
|
|
 |