Prunkdolch mit Scheide (Edelsteinbesatz)
www.tuerkenbeute.de/sam/sam/sam_waf/D271_02_de.php
Glatte, leicht gekrümmte, zweischneidige Klinge. Griffschalen mit halbovalem Querschnitt aus Nephrit, an der Handlage eingezogen und vierseitig abgekantet; je drei rosettenförmige, gravierte Nietplättchen aus Goldblech, die auf der Vorderseite mit viereckig gefassten Rubinen besetzt sind (der oberste fehlt); als Knaufzier ein größerer Rubin in Rosettenfassung, z.T. mit blauer und weißer Emailfüllung. Griffband aus Goldblech mit graviertem Blattfries vor gerauhtem Grund. Holzscheide von spitzovalem Querschnitt, gänzlich mit Goldblech beschlagen. Auf der Vorderseite Mundblech mit aufgelöteter Öse und Ortband mit kugelförmigem Knopf netzartig feingerippt; in den dabei gebildeten Zellen sind vorwiegend viereckig geschnittene Rubine und Saphire in Tafelschliff eingelassen (fünf Steine fehlen); auf der übrigen Fläche zwei achsensymmetrische stilisierte Zweige mit gegenständig angeordneten geschweiften Blättchen; diese wie auch der Zwischengrund sind mit je einem ziselierten und gravierten kleinen Blütenzweig vor gerautem bzw. nielliertem Grund gefüllt. Der gleiche Dekor schmückt die gesamte Rückseite der Scheide.



Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 101: "1 Türckisch Meßer, das Heft mit Jaspis und Gold, auch 4 rubin Steinlen besezt, die Scheide ganz mit Gold überzogen und mit schlechten rubins besezt." - Wohl identisch mit dem bereits im "Badisch-Sachsen-Lauenburgischen Bestandsinventar" von 1691 (GLA 46/4044) aufgeführten Dolch: "1 türckischer stahl die scheid mit übergoldem silber und guten rubinen besezet". - Mit einigen, im Revolutionsjahr 1849 aus dem Schloss Rastatt entwendeten Waffen 1853 in der Schweiz zurückgekauft und 1876 im Museumsinventar nachgetragen.

Literatur:
Karlsruhe 1991, Nr. 143
Renner 1941, S. 212
Petrasch 1952, S. 626, 667ff.
Karlsruhe 1955, Nr. 486
Petrasch 1963, S. 30, Abb. 8
Karlsruhe 1976 b, Nr. 36

Die Scheide des Dolches ist gänzlich mit Goldblech beschlagen und mit Rubinen und Saphiren in Tafelschliff bestückt.

Daten & Fakten:
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 271
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: Spätes 17. Jh.
Maße: L 27.10 cm; Klinge: L 14.70 cm; Scheide: L 16.60 cm
Material: Nephrit; Goldblech; Rubin; Email; Holz; Saphir; Stahl