Prunkdolch mit vollständig dekorierter Scheide
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Schwach gekrümmte, zweischneidige Klinge mit Mittelrippe. Holzgriff mit spitzovalem Querschnitt, an der Handlage eingezogen und rautenförmig abgekantet. Beschlag aus vergoldetem Silberblech mit graviertem und ziseliertem Dekor: Knauf, Handlage und Zwinge sind von feinen Rippen in einzelne Felder unterteilt und völlig gefüllt mit Blatt- und Blumenranken, die sich in kräftigem Relief vom feingepunzten Grund abheben. Ein schmaler Fries aus zierlichen Vierpässen markiert beiderseits ein Griffband. Die Holzscheide ebenso zur Gänze mit vergoldetem Silberblech beschlagen. Der Reliefdekor der Vorderseite dem Griff angepasst: gravierte und ziselierte, nach unten zu sich verjüngende Spiralranken mit zentrierten Blüten vor feingepunztem Grund, eingefasst mit schmaler Bordüre aus zierlichen Vierpässen. Auf der gleichgerahmten Rückseite mit aufgelöteter Tragöse markieren Blütenranken Mundblech und Ortband; im glatten, nach unten zu spitz zulaufenden Mittelfeld drei Passmedaillons mit symmetrischen Blumenzweigen. Um das oberste Medaillon ist dreimal (jedoch jeweils unvollständig) eine Tuğraähnliche Marke eingeprägt, deren fragmentarischer Abdruck die Zuweisung an einen bestimmten Sultan nicht zulässt. Nach einer von Zygmunt Abrahamowicz ergänzten Lesart könnte es sich um die Tuğra eines der Söhne Ahmeds I. handeln: Sultan Osman II. (1618-22) oder Murad IV. (1623-40): "Schah Osman [Murad?] Sohn des Schahs [und] Khans Ahmed [?], der immer Siegreich[e]".



Alte Inventare:
Im Inventar zur "Türckischen Kammer" nicht nachweisbar. Mit einigen im Revolutionsjahr 1849 aus dem Schloß Rastatt entwendeten Waffen 1853 in der Schweiz angekauft und 1876 im Museumsinventar nachgetragen

Literatur:
Karlsruhe 1991, S. 198f
Petrasch 1952, S. 667ff
Karlsruhe 1955, Nr. 485
Karlsruhe 1959, Nr. 80
Petrasch 1977, Nr. 38
Wien 1983 b, Nr. 13/30

Griff und Scheide des Dolches mit leicht gekrümmter Klinge sind mit gravierten und ziselierten Spiralranken und Blüten dekoriert.

Daten & Fakten:
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 275
Stilrichtung: Osmanisch (Istanbul?)
Datierung: 1. Hälfte 17. Jh.
Maße: L 41.50 cm; Klinge L 24.80 cm; Scheide L 29.60 cm
Material: Holz; Vergoldetes Silberblech; Stahl
Tuğra bestimmt Alter
Der älteste Dolch der Karlsruher Sammlung lässt sich in die 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts datieren - dank der eingeprägten Tuğra.