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Dolchmesser mit Namenszug
Breite, einschneidige Klinge mit breitem Rücken; entlang diesem beiderseits mehrfach gerillt und je neun tauschierte Silbersternchen. Zweischichtige, abgerundete Griffschalen in Vogelkopfform, bestehend aus je einer dünnen Platte aus braungrünem Horn beiderseits der Angel und je einer dickeren Elfenbeinplatte darüber; beiderseits je drei Angelstifte. Anstelle des nicht erhaltenen (wohl silbernen) Griffbandes eine schwarze bitumenartige Füllmasse. Die breite silberne Zwinge (vermutlich nach Entfernung des Griffbandes) repariert und gelötet. Die wesentlich längere Scheide aus Holz von fast rundem, einseitig zugespitztem Querschnitt ist mit schwarzem Chagrinleder überzogen. Das breite, kielbogenförmige Mundblech mit beweglicher Öse am Scharnier und das gleichgeformte Ortband mit großem, spiralig geripptem Knopf aus Silber mit nielliertem Füllmuster; auf der Vorderseite, jeweils an den beiden Enden des Mundbleches und Ortbandes aufgelötet, ausgeschnittene und mit zierlichen Rosetten gefüllte, achsensymmetrische Tulpenranken aus dünnem, vergoldetem Silberblech; jeweils dazwischen ein plastisch aufgelegter, getriebener und ziselierter doppelköpfiger Drache, dessen s-förmig geschweifter Leib mit zwei gegenständigen, niellierten Lanzettblättchen gefüllt ist. Auf der gleichfalls geschwärzten Rückseite symmetrisch gravierte und niellierte Tulpen vor ausgespartem silbernem Grund; auf dem Ortband außerdem eine große zentrale Rosette. In den spitzbogigen Enden von Mundblech und Ortband auf der Rückseite jeweils Tuğra-ähnlicher Namenszug Sultan Mehmets IV. eingeprägt. Nach Rekonstruktion und Lesart von Zygmunt Abrahamowicz: "Sultan Mehmed, Sohn des Chans Ibrahim". Auf dem Mundblech ein kurzer Tremulierstich. In dem "wuchtigen Knopf am Ende der Scheide, dessen Massigkeit aber meist durch schräge Riffelungen oder Perlschnurstreifen gemildert wird", sah Stöcklein (1914) "ein wichtiges Merkmal der türkischen Dolche des 16. Jahrhunderts" und "in den zwei, allerdings recht veränderten chinesischen Drachen -... rudimentäre Überbleibsel der chinesisch-mongolischen Einflüsse auf die persische Kunst".

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 105: "1 großes dito [Türckisches Meßer], das Heft von Helfenbein, mit Silber beschlagen, die Scheide ebenfallsß starck mit Silber beschlagen und mit einem masiv Silbernen Knopf versehen. Ziehr Vergold." -Mit weiteren, im Revolutionsjahr 1849 aus dem Schloss Rastatt entwendeten Waffen 1857 aus Amerika zurückgekauft und 1859 der Sammlung wieder einverleibt.
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 151
 Stöcklein 1914, S. 139, Abb. 32
 Petrasch 1952, S. 667ff.
 Karlsruhe 1955, Nr. 480



Auf der Dolchscheide ist der tuğraartige Namenszug Sultan Mehmets IV. eingeprägt und ein doppelköpfiger Drache appliziert.
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Dolchmesser mit Scheide
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 42
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh.
Maße: L 50.50 cm; Klinge: L 21.40 cm; Scheide: 37.70 cm
Material: Horn; Elfenbein; Leder; Silberblech; Vergoldetes Silberblech; Stahl

 

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