|
|
| Pfeil- und Bogenköcher mit rotem Seidensamt |
Der Bogenköcher aus rotem Leder besteht aus zwei kongruent geschnittenen Teilen mit z.T. geschweiftem Umriss; an den Außenrändern eine schmale Einfassung aus rotem (stellenweise ausgerissenem) Leder, verdeckt angenäht (Kappnaht). Innen beiderseits dünnes Lederfutter. Die Schauseite mit rotem (verschlissenem und welligem) Seidensamt (Grund: Kettatlas) bezogen und reicher Stickerei aus vergoldetem Silberdraht in Anlegetechnik: oben große Rosette, gefüllt mit stilisierten Blüten; darunter rundes Passmedaillon mit Füllwerk aus stilisierten Tulpen und Arabesken; mehrere palmetten- und tulpenförmige sowie wolkenbandartige Rand- und Füllstücke; einzelne Kelch- und Blütenblättchen in blauer und gelber Seide (Seidenfäden, (S), mit vergoldetem Silberdraht, weitläufig, (S), umwickelt); schmale Randborte. In der oberen linken Ecke über einem Schlitz schildförmiges, vergoldetes Silberplättchen mit Öse und Rest einer geflochtenen roten Seidenkordel.
Der aus zwei kongruent geschnittenen Lederteilen bestehende Pfeilköcher in Material, Technik und Dekor mit dem Bogenköcher übereinstimmend; unüblich jedoch seine schlanke Trapezform mit geraden Außenkanten und die einteilige Vorderseite ohne Außentasche. Eingepasster, spitzovaler Holzboden, außen mit rotem Seidensamt bezogen (dieser am Pfeilköcher insgesamt in etwas besserem Erhaltungszustand). Vorwiegend am Köchermund und am Boden Reste der schmalen Einfassung aus grünem Leder, verdeckt angenäht, mit Ziernaht aus zwei verdrehten und vergoldeten Silberdrähten in Anlegetechnik. In der Mitte der kürzeren Außenkante über einem Schlitz ein vergoldetes Silberplättchen mit Öse: in dieser und in einer Lederschlaufe auf der Rückseite Reste eines roten, blaugeränderten Seidenbandes in Brettchenweberei (B 18.00 mm); in der oberen Hälfte der Rückseite auf gleicher Höhe zwei herzblattförmig gestochene Verzierungen (H 3.00 cm). Zum Pfeilköcher vermutlich zugehörig eine Schutzhülle (vgl. Karlsruhe 1991, S. 260, Inv. D 106 g).
|
Alte Inventare: "Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 40: "1 großer Köcher von roth Leder, außerhalb mit Goldgesticktem, rothem Samet bezogen, oben an einem Eck ein schlecht Silber Vergoldes Blättel", und Nr. 44: "1 Köcher außerhalb mit gold gesticktem rothem Samet überzogen, mit einem silber Vergolden Blättel, hinterhalb von roth Leder; mit 17 Stück Pfeil" (diese später entnommen). - Nr. 10 der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998): Türckischer Pfeil und Bogen-Köcher von rothem Samet mit goldt gestickt, und auf denen Enden mit Silber Beschlagen".
download PDF
Literatur:
|
|

Die Schauseiten der Köcher sind aus rotem Seidensamt. Reiche Stickereien aus vergoldetem Silberdraht zieren die Behältnisse.
|
Zoom
|
Die Spezialdarstellungen benötigen folgende Plugins |
|
Köchergarnitur Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: D 93, D 97 Stilrichtung: Osmanisch Datierung: Spätes 17. Jh. Maße: Bogenköcher: H 68.00 cm, B 36.00 cm; Pfeilköcher: H 56.00 cm, B 25.00 cm Material: Leder; Seidensamt; Vergoldeter Silberdraht; Seide; Seidenkordel
|
|
|
 |