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Pfeilköcher mit Zierbeschlägen
Der hochrechteckige Pfeilköcher mit z.T. geschweiftem Umriss ist aus braunem Leder verfertigt. Die aus zwei, etwa hälftig übereinanderlappenden Teilen bestehende Vorderseite innen mit dünnem, rotbraunem Leder gefüttert. An den Außenrändern eine schmale Einfassung aus (stellenweise schadhaftem) rotbraunem Leder, verdeckt angenäht. Die Schauseite und der eingepasste Holzboden außen mit blauem (stark verschlissenem) Samt bezogen und streumusterartig appliziert mit 15 Zierbeschlägen aus vergoldetem Silber: Blatt- und blütenförmige Rand-, Eck- und Füllstücke mit reich gravierten Tulpenranken über gestricheltem Grund und aufgelegten Silberblättchen; Einfassung aus vergoldeten, mit je einem Silberstift aufgenieteten Sternrosetten (14 ergänzt). Oben und an der Außentasche, beiderseits mit kleinen Rosetten aufgenietet, je eine doppelte Behangkette aus vergoldetem Silber. Oben rechts auf dem Zierbeschlag ein blattförmiges Silberplättchen mit Öse für den (verlorenen) Tragriemen; zu dessen Befestigung auf der Rückseite oben und in der Mitte je zwei parallel sowie unten vier kreuzweise aufgesteppte Lederzungen mit eingenähten blauen Seidenschlaufen in Brettchenweberei.

Erhaltungszustand:
1983 in den Museumswerkstätten restauriert: Die Metallteile wurden gereinigt und 14 fehlende Sternrosetten der Einfassung durch galvanische Nachbildungen ergänzt. Das weitgehend trockene Leder wurde befettet. Sämtliche gebrochenen Nähte und losen Teile der Einfassung sowie lose Lederteile und die Nähte der beiden oberen Halteschlaufen wurden in einfachem Vorderstich (mit Polyfil-Faden Nr. 5) unter Benutzung der alten Stichkanäle nachgenäht.

Alte Inventare:
"Türckische Kammer" (GLA 47/1998) Nr. 42: "1 dito [großer Köcher], mit den nemlichen Zierathen, Von schlecht Silber, Vergold, mit 4 Stück Panzer Ketten von Kupfer, Vergold." - Wohl identisch mit dem in der "Consignation" nach 1721 (GLA 47/1998) unter Nr. 12 aufgeführten "Pfeil Köcher mit Silber und Zihr vergoldtem Beschläg und Ketteln".
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 194
 Petrasch 1954, S. 807
 Karlsruhe 1955, Nr. 464
 Petrasch 1977, Nr. 25
 Wien 1983 b, Nr. 16/109
 Zygulski 1988, S. 163, Abb. 226



Der Prunkköcher ist mit Zierbeschlägen aus vergoldetem Silber bestückt, die reich mit Tulpenranken graviert sind.
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Pfeilköcher
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: D 95
Stilrichtung: Osmanisch
Datierung: 2. Hälfte 17. Jh.
Maße: H 54.00 cm, B 26.00 cm
Material: Leder; Holz; Samt; Silber; Vergoldetes Silber; Seide

 

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