Mäßig bauchige Pfeile aus Kiefernholz; aufgesteckt ist eine schlanke Dreieckspitze mit schwachem Mittelgrat und konischem Schaft aus Eisen, darunterliegend schwarzgefärbte Horn und Messingscheiben sowie eine dicke grüngefärbte Hornscheibe. Großes aufgestecktes Kerbstück aus Bein. Am Schaftende über einer Blattsilberauflage zwei rot gelüsterte und auf Bleiweißgrund zwei blaue (Smalte) Farbfelder, belegt mit Blattgoldrauten. Die einzelnen Felder werden von unterschiedlich breiten, mit roten Seidenfäden umwickelten Blattgoldstreifen eingefasst. Am Ansatz der Befiederung ein breiter Goldstreifen. Schlussüberzug aus dünner Leimschicht. Dreifache, weiße Befiederung.
Alte Inventare: Die heute in den Sammlungen des Badischen Landesmuseums befindlichen osmanischen Pfeile dürften aus Köchern verschiedener Herkunft entnommen worden sein. Schon im "Badisch-Sachsen-Lauenburgischen Bestandsinventar" von 1691 (GLA 46/4044) werden zwei Köcher mit insgesamt 23 Pfeilen erwähnt. Dem Inventar zur "Türckischen Kammer" von 1772 (GLA 47/1998) ist zu entnehmen, dass sich in den Köchern dieser Sammlung einst allein 152 Pfeile (vgl. Kat. 188-198, 203, 204, 208, 209) befanden. Aus der ehemaligen Rüstkammer der Markgrafen von Baden-Durlach stammen vermutlich ebenfalls Pfeile, die im "Basel Inventarium" von 1773 (GLA 47/693) als "7 Köchern mit Pfeilen" erwähnt und im Inventar zur "Großherzoglichen Gewehr Kammer" Karlsruhe 1835 (GLA 56/4118), unter Nr. 9-15 aufgeführt werden (vgl. Kat. 199-202,206). Der heutige Bestand von nur noch 133 Pfeilen beinhaltet 90 Pfeile, die aufgrund ihrer Formen und Dekore in verschieden starke Gruppen zusammengefasst werden können, 35 Einzelpfeile und acht fragmentarisch erhaltene. download PDF