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| Reflexbogen (Meistersignatur Mehmet) |
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Stark gekrümmter, zusammengesetzter Reflexbogen ohne Sehne. Auf dem Rücken des Holzbogens eine aufgeleimte Schicht aus feinen Sehnenfasern, auf dieser aufgeklebt eine dünne Lage Birkenrinde. Der Bogenbauch ist mit geglättetem Horn belegt. Die Armkanten beiderseits mit schmalen Lederstreifen beklebt. Eine der beiden Sehnenkerben (noch) mit Leder ausgelegt, das mit Rotlack überzogen und behelfsmäßig mit einer Schnur festgebunden ist. Die Ohren sind vor den Sehneneinschnitten jeweils ca. 1.00 cm breit mit feiner Sehne umwickelt, verleimt und vergoldet. Mehrschichtige Fassung mit abschließendem dicken, stark verbräuntem Überzug, der die ursprüngliche Farbigkeit beeinträchtigt. Griff und Armenden des Bogenbauches sind über einer grundierten dicken, hellockerfarbenen Schicht mit einem weiß ausgemischten Kupfergrün und mit hellgrüner Lasur bemalt; darauf ein feiner Streublättchendekor in Gold; darin ausgespart auf beiden Armen je ein kleines Passmedaillon mit dem Namen des Bogenmachers "Werk von Mehmet" bzw. der Datierung "Sene 1068" (9. Oktober 1657-28. September 1658). Auf dem Bogenrücken in gleicher Technik und Farbgebung Streublättchen mit stilisierten, auf feiner Mittellinie aufgereihten zierlichen Einzelblüten (hatayi) in Gold. Auf dem mit Blattsilber und einem Klebemittel angelegten Horn des Bogenbauches sind Messingsplitter eingestreut und mit roter Lasur überzogen. Darauf in Gold beiderseits des Griffes in wechselnder Folge, auf feingezackter Mittellinie aufgereiht, je drei spitzovale und zwei sternförmige Medaillons mit floralem Dekor; der Grund dazwischen gefüllt mit Streublättchen und zierlichen Rosetten. Die Lederstreifen an den Kanten sind mit Rotlack überzogen und in Gold gestrichelt. Auf den Ohren über Goldgrund zierliche Rosetten und Dreikugeldekor (çintamani) in Gold, Rot, Grün und Schwarz.
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Erhaltungszustand: Am Griff ein feiner Riss. Beide Sehnenstege fehlen, ebenso die Ledereinlage in einer Sehnenkerbe. Die Bemalung, vor allem am Griff, an den Kanten und Graten, durchgerieben und stellenweise abgeblättert.
Alte Inventare: Aus der ehemaligen Rüstkammer der Markgrafen von Baden-Durlach. - "Großherzogliche Gewehr Kammer" Karlsruhe 1835 (GLA 56/4118), S. 1', Nrn. 19-21: "Drei hölzerne alte türkische Bogen mit Horn belegt mit goldnen Zierrathen und lakirt, ohne Sehnen, sehr selten." - Davon zwei Exemplare zweifellos identisch mit den im "Basel Inventarium" von 1773 (GLA 47/693), fol. 129, aufgeführten und 1799 nach Karlsruhe zurückgebrachten "2 Türkische gemahlte Bögen". - Schon das "Inventarium Uber Die Fürstliche Rüst Cammer zu Carlsburg" von 1680 (GLA 47/696) verzeichnet "Fünf stükh Türkhische Bögen, ohne Sennen" sowie in einem Nachtrag von 1688 "1 turckischer Bogen, von allerhand Farben".
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Literatur:
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Der Dekor des Bogenrückens besteht aus Streublättchen mit stilisierten, zierlichen Einzelblüten in Goldfarbe.
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Reflexbogen Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: G 19 b Stilrichtung: Osmanisch Datierung: 1657-1658 Maße: L (über jetziger Krümmung) 119.50 cm, B 3.40 cm; Spannweite (von Kerbe zu Kerbe) 54.50 cm Material: Holz; Lack; Birkenrinde; Horn; Leder; Sehne
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