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Steinschlossflinte mit Schlangenkopfmündung
Reicher, glatter Damastlauf mit leichtem Mittelgrat, vorne rund mit als Schlangenkopf ausgebildeter Mündung, über der Kammer achteckig. Der gesamte Dekor ist geschnitten und tauschiert, wobei die Randleisten aus Silber, die Binnenzeichnung aus Silber bzw. durch hohen Kupfergehalt rötlich gefärbtes Silber belegt sind; dazwischen befinden sich Rosetten mit gemugelten Korallen. Die Rahmungen und Einfassungen sind graviert bzw. gepunzt. Über der Kammer sechs Rosetten mit Korallen, beidseitig flankiert von Flechtbändern in Längsrichtung, ein ähnlich gestaltetes Band ist quer davor angeordnet. Blattarabeske, Tulpenblüte und Gabelblattpaar schließen an; darüber die Schmiedemarke mit lediglich dem Namen: "Hasan". In der Laufmitte ähnliche Ornamentik wie zuvor. Ein leicht gewölbter Schlangenkopf, aus dem die ausgestellte Mündung "herausschaut", ist mit Blättern, Kreisflächen, gewinkelten Bändern und einer Arabeske mit Tulpenblüte dekoriert. Auf dem Kopf ein mandelförmiges Korn; keine Kimme. - Steinschloss aus blankem Eisen, darauf graviert "F. Ros". Abzug von Eisen. Schlossgegenplatte und Abzugbügel mit Fuß aus grüngelb gefärbtem Horn. - Halbschaft aus Nussbaum mit sparsam geschnitztem Bandelwerk. Kolben- und Schaftschuh sowie die Führungsröhren des hölzernen Ladestocks ebenfalls aus grüngelb gefärbtem Horn geschnitten. Auf der Kolbenunterseite eine eingeschlagene "17". Im Rastatter Inventar von 1762 werden vier Gewehre eines "Frantz Roß" aus Prag erwähnt, zu denen wohl auch das hier vorgestellte gehört. Im Badischen Landesmuseum Karlsruhe befindet sich darüber hinaus noch ein Steinschlossflintenpaar, signiert mit "I. Ros Leitmeritz" (Inv. Nr. G 492/493), vielleicht ein Verwandter oder Namensvetter des oben genannten (vgl. Fritz 1975, S. 100).

Erhaltungszustand:
Silbertauschierung z.T. fehlend; die Korallen größtenteils plangeschliffen.

Alte Inventare:
"Großherzogliche Gewehr Kammer" Karlsruhe 1835 (GLA 56/4118), S. 58, Nr. 28: "Eine halbgeschafte Flinte mit damascirtem Lauf von der Schwanzschraube bis gegen die Mitte gelb inkrustirt und mit Corallen verziert; das Schloß ist halbrund, unter der Batteriefeder der Name F. Ros. Die Garnitur ist von Horn, und die Mündung bildet einen Fischkopf. (C.)" Vielleicht identisch mit der im Inventar der "fürstl. Büchsen Kammer" in Rastatt von 1762 unter Nr. 57 erwähnten "dito [Flinthe] mit ausgestochener Garnitur von Frantz Roos".
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Literatur:
 Karlsruhe 1991, Nr. 225
 Karlsruhe 1955, Nr. 500



Der glatte Damastlauf besitzt eine Mündung, die vorne als Schlangenkopf ausgebildet ist.
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Steinschlossflinte
Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung)
Inv.: G 491
Stilrichtung: Lauf: Osmanisch; Schloss: Prag; Schäftung: Böhmisch (?)
Datierung: Lauf: Spätes 17. Jh.; Schloss: Anfang 18. Jh.; Schäftung: Anfang 18. Jh.
Maße: L 135.00 cm; Lauf: L 97.00 cm; Kaliber: Dm 17.00 mm
Material: Stahl; Silber; Korallen / Schmuckstein; Eisen; Horn; Nussbaumholz; Holz
Hartes Eisen
Der kriegserfahrene Feldherr Montecuccoli berichtet über die osmanischen Feuerwaffen: "Gleichwie nun die Härte ihres Eisens vortrefflich ist, so werden die Musqueten mit so viel Pulver geladen als die Kugel schwer ist, daher schiessen sie weiter und thun mehr Würkung als unsere" (Raimund Montecuccoli: "Besondere und Geheime Kriegsnachrichten...", Leipzig 1732, S. 149)

 

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