|
|
| "Schnepfenflinte" mit persischem Lauf |
Runder, gegen die ausgestellte Mündung sich verjüngender, glatter Damastlauf mit einer schmalen Leiste auf der Oberseite und silbertauschiertem Dekor: über der Pulverkammer ein Knotenornament mit herauswachsenden Blüten, durch eine vertikale Doppellinie getrennt von einer Arabeske mit vorgesetzter, vergoldeter, z.T. verschlagener Schmiedemarke: "Werk von... ( Ali, Ismail?)". Vor der Mündung eine silbertauschierte Arabeske. Aufgesetztes, mandelförmiges Messingkorn mit blattförmig geschnittenem Schuh aus der Zeit der Neuschäftung. - Wohl im ersten Drittel des 19. Jhs. eingebautes Perkussionsschloss mit glatter, leicht gewölbter Platte, Hahn und Schirm. Das Zündrohr ist auf ein neues Endstück der Pulverkammer mit Muldenvisier samt Schwanzschraubenblatt geschmiedet und dem osmanischen Lauf angesetzt. Signatur auf der Platte: "B LICHTENFELS A CARLSRVH". Abzug von Eisen, der Bügel aus Messing. - Halbschaft aus Nussbaum (um 1730) mit sparsam geschnitztem Bandelwerk sowie entsprechend gravierter Messinggarnitur, z.T. mit Akanthus bereichert; die Schlossgegenplatte darüber hinaus durchbrochen und mit einer Fratze graviert. Auf dem Kolbenschuh: "Nro 8." Ovaler silberner Daumenschild mit graviertem Wappen von Baden-Durlach, umgeben vom Hausorden der Treue und den Initialen "C. F. L. P. Z. B.". Hölzerner Ladestock mit Hornknopf in Messingführungen. Tragegurtösen aus Eisen bzw. Messing. Ob die Initialen über dem Wappenschild, deren letzte drei Buchstaben als "Prinz zu Baden" zu lesen sind, mit dem späteren Markgrafen Carl Friedrich (reg. 1728, gest. 1811) in Verbindung zu bringen sind, ließ sich wegen der ungeklärten Lesart des "L" nicht erhärten. - Das Schloss stammt von dem Karlsruher Hofbüchsenmacher Bernhard Lichtenfels, dessen Vorfahren seit dem 18. Jh. zunächst in Durlach, dann in Karlsruhe ansässig waren. - Laut Inventareintrag wurde die Flinte aus dem Besitz des Großherzogs Ludwig l. (9.11.1763-30.3.1830), der ab 1818 regierte, der Karlsruher Gewehrkammer übergeben. Die Bezeichnung "Schnepfenflinte" verweist wohl auf ihre Funktion, und der Kosename "türkle" lässt vermuten, dass es sich hier um eine bevorzugte Waffe des Fürsten handelte.
|
Alte Inventare: "Großherzogliche Gewehr Kammer" Karlsruhe 1835 (GLA 56/4118), S. 59, Nr. 38: "Eine halbgeschafte Flinte mit türkisch damascirtem Laufe (s. g. Schnepfenflinte/ türkle) Garnitur von Meßing, das Schloß halbrund mit dem Namen >B. Lichtenfels à Carlsruhe< mit silbernem Daumenschild, worauf das Großh. Wappen mit der Umschrift C. F. L. P. z. B. zu neuem Feuer gerichtet. Aus der Privat Sammlung des Großherzogs Ludwig Kön. Hoheit."
download PDF
Literatur:
|
|

Das Schloss dieser Flinte aus den 1830ern stammt von dem Karlsruher Hofbüchsenmacher Bernhard Lichtenfels.
|
Zoom
|
Die Spezialdarstellungen benötigen folgende Plugins |
|
Flinte Badisches Landesmuseum, Karlsruhe (Zähringer Stiftung) Inv.: G 501 Stilrichtung: Lauf: Persisch; Schloss: Karlsruhe; Schäftung: Deutsch Datierung: Lauf: Spätes 17. Jh.; Schloss: Um 1830; Schäftung: Um 1730 Maße: L 130.50 cm; Lauf: L 90.40 cm (ohne Perkussionsschloss); Kaliber: Dm 15.00 mm Material: Stahl; Silber; Vergoldetes Silber; Messing; Eisen; Nussbaumholz; Holz
|
|
|
 |