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Die Textilkunst besitzt im Orient eine lange Tradition. Die einstige Ausstattung des Nomadenzeltes, wie Teppiche, Kissen, Behänge, blieben, nachdem man sesshaft geworden war, bei der Einrichtung des Wohnhauses in Gebrauch.
Auch bei religiösen Handlungen, so beim täglichen Gebet, das man auf einem Gebetsteppich verrichtete, spielten Textilien eine Rolle. Ebenso bei Feierlichkeiten, etwa im Hofzeremoniell. Mit kostbaren Stoffen bereitete man dem Sultan einen Weg, auf dem er entlang schritt. Er selbst verschenkte prächtige Ehrengewänder an Würdenträger und verdiente Untertanen.
Textilien wurden demnach keineswegs nur in häuslicher Aktivität für den Eigengebrauch gefertigt. Für den enormen Bedarf des Hofes produzierten Palastmanufakturen Gewebe von erlesener Qualität, und in den Städten blühten die verschiedensten Branchen des textilen Gewerbes wie Spinnereien, Färbereien, Webereien sowie das Teppichhandwerk. Die unterschiedlichsten Fasern, z.B. Baumwolle oder Wolle, fanden Verwendung, bevorzugtes und kostbarstes Material jedoch war die Seide und ihre verschiedenen Gewebearten (Atlas bzw. Satin, Samt, Brokat). Daher war die Seidenindustrie von besonderer Bedeutung. Beliebt waren auch Stickereien. Bei den Metallstickereien und Brokatgeweben verarbeitete man Gold- oder Silberfäden sowie mit feinsten Edelmetallstreifen umwickelte Fäden, sog. Lahne.
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Levni, osmanische Miniaturmalerei, aus dem "Surname-ı Vehbi", um 1720. Topkapı Sarayı Müzesi, Istanbul (Inv. A 3593, fol 27)
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