Eine Entscheidungsschlacht des Türkenkrieges von 1683-1699 war die Schlacht bei Slankamen 1691. Das Oberkommando über die kaiserliche Armee führte Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, der im weiteren Verlauf des Krieges in über 20 Schlachten siegreich war.
Mit seinen 33 000 Mann begegnete er bei Slankamen einer feindlichen Übermacht von 55 000 Soldaten und erfocht den Sieg in einem dramatischen Kampf. Als im Getümmel der Schlacht die Feldmusik der Janitscharen aussetzte, ergriff das osmanische Heer in Panik die Flucht. Der Heerführer, der Großwesir Mustafa Köprülü (1689-1691) fand im Gefecht den Tod, nachdem er zuvor fast eine Wende des Kriegsverlaufs zugunsten der Osmanen bewirkt hatte. Nun aber war die osmanische Streitmacht auf Jahre hin gelähmt.
Die oft unter ungünstigsten Bedingungen errungenen militärischen Erfolge, verdankte Ludwig Wilhelm seiner außergewöhnlichen strategisch-taktischen Begabung. Auch genoss er wegen seines großartigen Mutes und persönlichen Einsatzes im Kampf das Ansehen und Vertrauen der Truppen. Kaiser Leopold I. (1640-1705) dankte ihm für seine Erfolge mit der Ernennung zum Generalleutnant. Diesen höchsten militärischen Rang hat das Haus Habsburg nur fünfmal verliehen. Darüber hinaus ehrte ihn der spanische König mit dem Orden vom Goldenen Vlies. Im Volksmund hieß der als "Schild des Reiches“ gefeierte Feldherr von nun an der "Türkenlouis“.
Radierung von Romeyn de Hooghe, 1691. Badische Landesbibliothek, Karlsruhe