Themenreise: Krieg und Diplomatie
Begegnungen in Freundschaft und Feindschaft
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Rossschweif (tuğ)/Badisches Landesmuseum, Karlsruhe

Das osmanische Herrschaftssystem basierte auf Expansion und militärischen Eroberungen. Man brauchte Gebietsgewinne, um die Soldaten zu entlohnen. Auch profitierte das Reich von den Steuereinnahmen und der Wirtschaftskraft der neuen Territorien.
Das riesige Imperium der Osmanen und Europa standen sich lange als feindliche Welten gegenüber. Von den unzähligen kriegerischen Begegnungen zeugen die türkischen Beutestücke, welche die Fürsten Europas von den Schlachtfeldern mit nach Hause brachten. Zu den begehrtesten Trophäen zählten die Würdezeichen und Symbole der osmanischen Staatsmacht wie Fahnen und Rossschweife.

Doch nicht nur Kriege prägten die Beziehungen zwischen Orient und Okzident. Ab dem 16. Jh. schlossen die Osmanen Friedensverträge sowie Freundschafts- und Handelsabkommen mit europäischen Staaten, so mit Frankreich, England, sogar Habsburg und später vor allem Preußen.

Seit dieser Zeit gab es auch intensive diplomatische Kontakte. Zahlreiche europäische Botschafter reisten zum Bosporus um dem Sultan ihre Aufwartung zu machen. Die Prachtentfaltung bei den Staatsempfängen im Topkapi Serail, bei denen man gegenseitig Ehrengeschenke austauschte, war legendär. Erst ab dem 17. Jh. schickte die Pforte auch Gesandtschaften nach Westeuropa, um angesichts des fortschreitenden Machtzerfalls in Paris und Berlin ihre außenpolitischen Interessen zu wahren.