Die Vorfahren der Osmanen waren der islamisch-türkmenische Stamm der Oghusen. Das Nomadenvolk wanderte ab dem 11. Jh. aus seiner Heimat Mittelasien nach Westen. In Anatolien formierte sich unter ihrem Anführer Osman I. (1281-1326) ein Kleinfürstentum, die Keimzelle des späteren osmanischen Staates. Die Nachfolger des Dynastiegründers - Herrscher wie Bayezit der Blitz (1389-1402), Mehmet der Eroberer (1451-81) u.a. - eroberten bis zum 16. Jh. ein Weltreich. Dieses umfasste ca. 2.5 Mio qkm und erstreckte sich von Ungarn bis in den Jemen, von Westpersien bis nach Algerien.
Die glanzvolle Hauptstadt des Imperiums war Istanbul. Das wohlorganisierte Staatswesen regierte der im Topkapi-Palast residierende Sultan, der mit uneingeschränkter Macht ausgestattet war. Die Epoche Süleymans des Prächtigen (1520-1566) galt als die Blütezeit des Osmanischen Reiches. Während dieser war es so mächtig, dass es auch für Europa zu einer militärischen und politischen Bedrohung wurde und es zu nahezu 300jährigen Auseinandersetzungen kam.
Im 17. Jh. schwächten innere Machtkämpfe das durch tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Krisen erschütterte Regime. In den Kriegen mussten Gebietsverluste hingenommen werden. Reformen im 19. Jh. modernisierten den Staat, verhinderten jedoch nicht dessen unaufhörlichen Niedergang. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Ausrufung der Türkischen Republik 1923 unter Mustafa KemalPascha (Atatürk) (1881-1938), die das Ende des Osmanischen Reiches bedeutete.
Abbildung in: The Sultan's portrait. [exhibition held at the Topkapı Palace Museum in Istanbul, 6.6.-6.9. 2000]. Bearb. von Selmin Kangal. Istanbul 2000, S. 546-555