Die Türkenkriege waren die Kriege der christlich-europäischen Staaten gegen das in Südosteuropa expandierende Osmanische Reich. Anlass für den Türkenkrieg Ende des 17. Jh. (1683-1699) zwischen Österreich und den Osmanen war der Streit um den Besitz des zweigeteilten Ungarn. Dessen eine Landeshälfte, das Königliche Ungarn, stand unter der Herrschaft des Hauses Habsburg, die andere hingegen, das spätere Siebenbürgen, regierte ein osmanischer Vasallenkönig.
Auf Betreiben des Großwesirs Kara Mustafa Pascha (1676-1683) entflammten die Osmanen mit der Belagerung Wiens 1683 einen Angriffskrieg gegen Habsburg. Der Griff nach dem "Goldenen Apfel“ konnte jedoch durch die Entsatzschlacht am Kahlenberg abgewehrt werden. In der Folgezeit waren zwei berühmte Feldherren - Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707) und Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736) - nacheinander Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee. Ihnen gelang es innerhalb eines Jahrzehnts, die Türken in zahlreichen Schlachten aus Ungarn, Siebenbürgen sowie aus weiten Landstrichen Serbiens und der Walachei hinauszudrängen.
Der Friedensvertrag von Karlowitz 1699 besiegelte die Niederlage der Osmanen, die einen fatalen Wendepunkt in der Geschichte des Imperiums markierte. Nach diesen ersten Gebietsverlusten waren der militärische Kräfteverfall und die innere Destabilisierung nicht mehr aufzuhalten. In Westeuropa hingegen, war die Gefahr einer türkischen Invasion auf alle Zeiten gebannt.
Öl auf Leinwand, spätes 17. Jh. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Gemäldegalerie Alte Meister (Inv. Mo 1015)