Die Eroberungspolitik der Osmanen stützte sich auf eine schlagkräftige Armee. Diese bestand aus dem stehenden Heer der Zentralgewalt, den sog. Pfortentruppen des Sultans, und aus dem Kavallerie-Aufgebot der Provinzen, den Lehensreitern (Sipahi).
Eliteeinheit der Streitkräfte waren die Janitscharen (yeni çeri, osm. Neue Truppen), die als Leibgarde des Herrschers auch die Sicherheit von Hof und Hauptstadt garantierten. Die Angehörigen dieser Fußtruppen waren mittels der "Knabenlese" (devşirme) rekrutierte Christenknaben. Türkisch erzogen und islamisiert, wurden sie in den Militärschulen des Staates zu exzellenten, aber auch fanatischen Kämpfern ausgebildet. Schon ihr Schlachtruf "Allahu akbar" (arab. "Gott ist groß") versetzte die abendländischen Heere in Schrecken. Zu ihrer Uniform gehörte eine hohe Filzhaube. Die Bewaffnung bestand u.a. aus einem Paar Säbeln (Yatağane), einer Streitaxt und Pistolen oder Gewehren.
Kriegsentscheidend kämpften nicht selten die Sipahi, die schwere Reiterei. Die charakteristischen Waffen der mit Kettenhemd, Panzerkappe und Rundschild bewehrten Reiter waren Pfeil und Bogen. Als Gründe für den überragenden Erfolg der osmanischen Kriegführung gelten das gut funktionierende System der Truppenversorgung, die hervorragende Ausbildung der Berufssoldaten sowie ihre außergewöhnliche Disziplin und Kampfmoral.
Codex Vindobonensis (fol. 24). Österreichische Nationalbibliothek, Wien