Die Bestände der Karlsruher Türkenbeute sind von herausragender kunst- und kulturhistorischer Bedeutung. Besonders kostbare, aber auch seltene Stücke sowie eine große Vielfalt von Objekten, dokumentieren das hohe Niveau von Kunst und Kultur im osmanischen Reich in der 2. Hälfte des 17. Jhs.
Die Sammlung ging aus zahlreichen Kämpfen, aber auch aus Geschenken und gezielten Zuerwerbungen hervor. Den Grundstock bildeten die Trophäen, die Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden in den Türkenkriegen zwischen 1683 und 1692 errang. Andere Beutestücke stammten von seinem Schwiegervater, Herzog Julius Franz von Sachsen-Lauenburg (1641-1689) und gelangten durch die Heirat mit Sibylla Augusta in den Besitz des Türkenlouis. Mehr als 100 Turcica erbte er von seinem Onkel, Hermann von Baden (1628-1691), dem Präsidenten des österreichischen Hofkriegsrats. 1771 richtete August Georg, der Sohn des Türkenlouis, in der Rastatter Residenz die "Türckische Cammer“ zur Aufbewahrung des Sammlungsguts ein.
Auch die Türkenstreiter des Hauses Baden-Durlach haben Beute vom Schlachtfeld mit nach Hause getragen. Diese wurde als "Türckische Curiositaeten“ in der Durlacher Karlsburg aufbewahrt. 1877 vereinte Großherzog Friedrich von Baden die beiden Bestände im neu erbauten Sammlungsgebäude in Karlsruhe, dem heutigen Naturkundemuseum am Friedrichsplatz. 1920 fanden sie dann ihren Platz im Badischen Landesmuseum.
Vermutlich Hofmaler Ivenet, Anfang 17. Jh. Schloss Favorite, Rastatt